
„Das hat schreckliche Folgen“, kommentiert der Gletscher- und Klimaforscher Jonathan Bamber von der University of Bristol seine neue Studie: Im Fachblatt Nature Climate Change veröffentlichte er mit anderen Wissenschaftlern Einschätzungen, wonach der Meeresspiegel bis zum Ende des laufenden Jahrhunderts um knapp einen Meter ansteigen werde.
Bamber und sein Kollege Willy Aspinall nutzten für ihre Vorhersagen erstmals eine Methode, die Wissenschaftler bislang zur Einschätzung künftiger Erdbeben oder Vulkanausbrüche heranzogen. In einem Gespräch mit NBCNews erklärten sie ihre Umfragemethode: Sie schickten an 26 der weltweit bekanntesten und wichtigsten Glaciologen einen Fragenkatalog über die Eispanzer auf Grönland und der Antarktis. Bei der ersten Runde im Jahr 2010 antworteten die Hälfte der angesprochenen Wissenschaftler.
2012 wiederholten Bamber und Aspinall ihre Fragerunde. Damit überprüften sie die Stabilität der Aussagen in den Antworten. „Es sollte weit mehr dabei herauskommen als einde bloße meinungsumfrage“, begründen die Forscher die Methode gegenüber NBCNews.
Folgen sind Milliardenschäden und Millionen Flüchtlinge
Vorhersagen, wie viel Eis schmelzen und als zusätzliches Wasser den Meeresspiegel anschwellen lassen wird, sind bislang äußerst schwer. Unter Klimaexperten gelten sie bis dato als berechenbar. Die unterschiedlichen Annahmen verschiedener Klimaforscher widersprachen sich zum Teil erheblich.
Das Studienergebnis: Im Mittel nehmen die befragten Wissenschaftler einen statistisch ausgewerteten Anstieg von drei Fuß bis zum Jahr 2100 an. Das liege höher als alle bisherigen Berechnungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), sagt Bamber. Er kennt die bislang noch nicht veröffentlichten IPPC-Zahlen, da er den Bericht als wissenschaftlicher Kommentator bereits lesen konnte.
Das Drama, so Bamber im Interview mit dem US-Sender, werde sich sogar noch vergrößern, wenn er die thermische Ausdehnung des Wassers mitberechne, das sich durch die Erwärmung der Ozeane ergebe. Die Chancen, dass dies geschehe, beziffert der Wissenschaftler auf 1 zu 20!
Die Folgen sind verheerend: Millionen Menschen in Küstenregionen verlieren ihre Heimat. Für Städte am Ufer müssen mit Milliarden-Aufwand hohe Spundwände und zusätzliche Deiche gebaut werden. Städte wie New York oder Tokio sind ebenso bedroht wie pazifische Atolle oder Staaten wie die Niederlande und Bangladesh…
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