NOG verlassen Klimaschutz-Debatte in Warschau

Peter Altmaier bei der COP 19 in Warschau Foto: Pawel

Protest der NGO bei der Klimakonferenz in Warschau: Weil sich die Debatten erneut ergebnislos hinziehen, verließen Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt - darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace, WWF und Oxfam das Palaver um einen effektiveren Klimaschutz.

BUND-Chef Hubert Weiger hat die Nase voll von den Gesprächen: „Die verantwortungslose Untätigkeit der Regierungen angesichts der schon heute dramatischen Ausmaße des Klimawandels hat uns keine andere Wahl gelassen.“ Der Boykott soll den „in dieser Form noch nie dagewesenen Einfluss der Wirtschaftsverbände“ auf den Klimaschutzprozess brandmarken. „Die fossile Industrie hat die Klimakonferenz in Warschau okkupiert und macht es damit unmöglich, im Klimaschutz voranzukommen“, sagte Weiger.

 

Altmaier sagte jährlich drei Milliarden Euro aus Deutschland zu

 

Die Industriestaaten kämen ihrer Verantwortung für den Klimawandel und die dadurch verursachten Schäden in den Entwicklungsländern nicht nach und seien hauptverantwortlich für den Stillstand der Verhandlungen. Auch die deutsche Regierung lasse sich inzwischen fast ausschließlich von den Interessen der großen fossilen Energieunternehmen leiten, beklagte der BUND-Chef. Und Gastgeber Polen habe der Kohlelobby geradezu „einen roten Teppich zu den Verhandlungen ausgelegt“. Diese kurzsichtige Politik der Industriestaaten habe unendliches Leid von Millionen von Menschen vor allem in den Entwicklungsländern zur Folge.

Bundesumweltminister Peter Altmaier hatte bei seiner Rede vor dem Plenum in Warschau rund drei Milliarden Euro jährlich bis 2020 angekündigt. Ein Konto, berichtet Spiegel-Online, über das Klimazahlungen laufen sollen, sei bereits eröffnet - noch sei aber darauf kein Geld geflossen.

Trotz des Protests wollen die NGO grundsätzlich am „Prozess der internationalen Klimaverhandlungen und dem Ziel des Abschlusses eines internationalen Abkommens ab 2015“ festhalten. Um jedoch das Vertrauen in die internationale Klimadiplomatie wieder herzustellen und das Zustandekommen tragfähiger Ergebnisse zu ermöglichen, müsse der Lobbyismus der Wirtschaft auf die UN-Verhandlungen drastisch eingeschränkt werden, betonte der BUND.


red

 

 

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