Ökobilanz der Windpower aus der Nordse

Alpha Ventur in der Nordsee Foto: Wikimedia CC 3.0/MArtina Nolte

Offshore Windparks sind nicht unumstritten. Jetzt liefern Wissenschaftler den Kritikern ein Gegenargument: Die Energie, die in Aufbau und Wartung geht, machen die Windkraftanlagen schon nach knapp einem Jahr wett.

„Energetisch amortisieren sich Offshore-Windräder schneller als Solaranlagen.“ Dieses Fazit ziehen jetzt Wissenschaftler der Ruhr-Universität (RUB) in Bochum nach Fertigstellung der weltweit ersten Ökobilanz eines Windkraftwerks auf hoher See. Die Ingenieure berechneten dabei den Energieeinsatz beim Bau und Betrieb der Rotoren in der Nordsee. Ihr Modell ist der Windpark „Alpha-Ventus“.

Die wenigste Energie braucht ein Windrad im Meer während seines Lebenszyklus beim Abbau nach Schluss seines Betriebs. „Der Betrieb selbst schlägt immerhin mit 20 Prozent des gesamten Energieaufwands zu Buche“, nennen die Wissenschaftler ihre Zahlen. Hauptgrund dafür sind hauptsächlich „wartungsbedingte Schiffs- und Helikoptereinsätze“.

 

Vergleich mit Energie aus Strommix: Windpower schneidet gut ab

 

Gut drei Viertel des Energieaufwandes entfallen auf die Herstellungsphase: Materialproduktion und Aufbau. Der Bau des Fundaments einer Windkraftanlage ist dabei energieintensiver als die Fertigung der Windkraftanlage selbst. „Es hat sich gezeigt, dass die großen dicken Brummer, die die Ökobilanz bestimmen, die Stahlmengen sind, die in ‚alpha ventus‘ verbaut sind“, resümiert Professor Hermann-Josef Wagner vom Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft der RUB. Etwa 87 Prozent einer Windkraftanlage mit Kabel und Fundament bestehen aus Stahl.

In die Ökobilanz flossen jedoch keinesfalls nur Energieberechnungen ein. Die Wissenschaftler untersuchten auch den Gebrauch gefährlicher Materialien. Fazit: „Nicht nur beim Energieverbrauch, auch bei vier von fünf Schadstoffindikatoren stand „alpha ventus“ im Vergleich zum deutschen Strommix gut da.“

Allerdings erzeugt Windkraft mehr Emissionen, die die menschliche Gesundheit schädigen, als der Strommix. Die Ursache: Der schädliche Stoff entsteht bei der Produktion von Stahl, und davon beinhalten Windkraftanlagen bezogen auf die erzeugte Elektrizitätsmenge wesentlich mehr als ein kompaktes Kohlekraftwerk. Dieser Wert sei jedoch immer noch klein in absoluten Zahlen, sagt Wagner.


red

 

 

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