Schlaue Energiesteuerung gefordert!

Foto: ap/A. Morlok

Deutsche wollen ein intelligenteres Energiemanagement. Dunkle Haushalte, lahmgelegte Züge und S-Bahnen, das muss nicht sein – meinen deutsche Bürger. Das ergab nun eine Umfrage des CleanEnergy Projects. Anlass zu der Umfrage waren unter anderem die Stromausfälle in München Ende des letzten Jahres.

 

Das CleanEnergy Project, eines der größten Branchennetzwerke für Erneuerbare Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit stellte zusammen mit der IEEE Standards Association die Frage, ob wir mit solchen Blackouts auch in Zentraleuropa in Zukunft häufiger rechnen müssen. Wird unser Stromnetz zunehmend instabil? Gibt es Lösungsansätze? Was sind mögliche Hindernisse bei der Umsetzung?

 

800 Leute wurden befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 96 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen eine Notwendigkeit für Energiemanagement-Systeme, die die Nachfrage und das Angebot von Energie intelligenter steuern und so die vorhandene Energiekapazität besser nutzen. Als wichtigste Gründe für den Einsatz solcher Systeme wurden die effizientere Nutzung von Energie- und Speicherkapazitäten genannt, gefolgt von der Sicherung einer zuverlässigen Energieversorgung und der effizienteren Einbindung Erneuerbarer Energien anstelle umweltbelastender Energieressourcen.

 

Hindernisse bei der Umsetzung solcher Lösungen sehen die Befragten vor allem in fehlenden politischen Maßnahmen, mangelnder Förderung und finanzieller Anreize sowie fehlender grenzübergreifender Industriestandards.

 

Deutsche Bürger wollen die Erneuerbaren Energien

 

Bei der Frage "Denken Sie, dass Industrieunternehmen bereit sind, auf einen flexibleren Energieverbrauch umzusteigen?" waren die Teilnehmer geteilter Meinung. 42 Prozent halten dies für unwahrscheinlich, da sie befürchten, Aufwand und Kosten für Prozessänderungen könnten die Industrie von einem Umstieg abhalten. 58 Prozent hingegen denken, Industrieunternehmen seien zu einer Umstellung bereit, sofern es dafür einen wirtschaftlichen Anreiz gibt. Auch die Bereitschaft von Privathaushalten, auf einen flexibleren Energieverbrauch umzusteigen, halten 76 Prozent für wahrscheinlich, wenn dies mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden wäre. Bei den Privatverbrauchern könnten aber auch Umweltaspekte einen Anstoß geben, vermuten die Studienteilnehmer.

 

Ähnlich sieht es Thomas Schulz, Vorstand der entelios AG: "Mit der Energiewende wird das deutsche Stromsystem von einer kontinuierlichen, zentralen Energieerzeugung auf eine fluktuierende, dezentrale Einspeisung durch Erneuerbare Energien umgestellt. So ein drastischer Umbau kann nur durch intelligente Netze und der Mithilfe der Stromkunden gestemmt werden. Die Industrie kann mit ihrer Flexibilität bei elektrischen Verbrauchern und Erzeugern das System signifikant unterstützen."

 

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