
Kehrseite des Fortschritts: Eine neue Studie der Internationales Energieagentur (IEA) berechnet den explodierenden Energiebedarf netzwerkfähiger Geräte. Nicht nur, dass diese miteinander korrespondierenden Fernsteuerungen bis in zehn Jahren jährlich gut 1.140 Terawatt-Stunden Strom fressen. Sie vergeuden diese Energie auch meist im Standby-Modus: Sie ist gut 80 Milliarden Dollar wert.
Noch gelten sie als neuester Schrei: Heizungen, die per Anruf von unterwegs übers Mobiltelefon im Heim für wohlige Wärme sorgen, bis die Bewohner nachhause kommen, sind hip. Kühlschränke, die selbst erkennen, wann die Milch alle ist – und selbstständig beim Supermarkt ordern, sind cool. Und Kaffeemaschinen, die vom Büro aus gesteuert, daheim den Cappuccino schäumen, schon eher die Hausbesitzer dort ankommen, gelten als Non-plus-Ultra.
Smarte Geräte lassen Stromverbrauch explodieren
Alles von überall aus im Griff: Das ist das Versprechen des „Internets der Dinge“ und der vielen kommunizierenden Geräte vom Drucker im W-Lan bis zur Klimaanlage, vom Solarpanel, das sich am Sonnenstand ausrichtet, bis zum Carsharing-Auto, dessen Parkplatz im Quartier der Chauffeur via GPS über sein Handy ortet. Bequem und punktgenau sollen die Funktionen abrufbar sein. Die Konsequenz: Die Geräte arbeiten dauerhaft – und verbrauchen, während sie der meist wenigen Minuten ihres Einsatzes harren, im Standby-Modus. Das frisst schon heute weltweit etwa 400 Terawatt-Stunden Energie. Umsonst!
Dafür müssen, das berechneten die Wissenschaftler der IEA, etwa 133 mittlere Kohlemeiler Strom erzeugen. Jedes verfeuert dafür etwa 1.4 Millionen Tronnen Kohle pro Jahr.
Stromspar-Potenzial von 60 Prozent dringend ausschöpfen

Und die Anzahl unserer smarten elektronischen Helfer klettert unaufhörlich. 2020 sollen es ungefähr 50 Milliarden sein, bis 2030 bereits 100 Milliarden.
Mit der zunehmenden Zahl der Geräte klettert auch der Energiebedarf. 2008 lag der bei bereits 420 Terawatt-Stunden pro Jahr. Das entspreche dem Strombedarf Frankreichs, so die Studie. Im Vorjahr kletterte er schon auf 616 Terawatt-Stunden, das entsprecht dem Stromverbrauch Kanadas. Bis 2025 soll er, so schätzt die Beratungsagentur Bio Intelligence Service, auf 1.140 Terawatt-Stunden oder den Bedarf Kanadas plus Deutschlands klettern.
Daher schlagen die Energie-Experten Alarm. Sie fordern dringend bessere Technologien, die den Verbrauch der nicht wirklich genutzten Energie eindämmen. Das könne den verbrauch „um 60 Prozent drosseln“.
pit
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