Solarstrom profitabler als Windpower

Solarstromerzeugung Foto: Wikimedia/W.J. Pilsak

Sonne schlägt Wind: Beim Gewinn, den die Erzeuger erneuerbarer Energie erwirtschaften, hat laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI die Photovoltaik die Nase vorn. Sie belegt, dass „Photovoltaikanlagen trotz einer insgesamt geringeren Menge an erzeugtem Strom deutlich höhere Gewinne erzielen als Windkraftanlagen“.

Der Umbau der deutschen Energieerzeugung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Quellen ist ein teures Unternehmen. Daher stellen sich die Wissenschaftler die Frage, wer mit welcher Form der Energieerzeugung am besten profitiert. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) sowie dem Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) versuchten sie dies in ihrer Studie „Verteilungswirkungen der Marktförderung des EEG in den Bereichen Photovoltaik und Windenergie (onshore)“ abzuschätzen.

 

Solarstrom in Deutschland dreimal profitabler als Windpower

 

Projektleiterin Barbara Breitschopf vom ISI: „Für das Jahr 2012 fielen die durch Windkraftanlagen realisierten Gewinne mit etwa 750 Millionen Euro deutlich geringer aus als bei Photovoltaikanlagen, die mit rund 2,7 Milliarden Euro mehr als dreimal so hohe Gewinne einbrachten – und dies, obwohl die erzeugte Menge an Solarstrom viel niedriger ausfällt als bei Windstrom.“

Allerdings zeigt die Studie auch deutlich: Der Finanzertrag der Erneuerbaren hängt stark vom Standort ab. „So decken beispielsweise allein Bayern und Baden-Württemberg rund 40 Prozent der installierten Solarstromkapazitäten in Deutschland und liegen auch bei den Gewinnen ganz vorne“, betonen die Wissenschaftler. Diese würden, so die Experten, vor allem durch kleinere, oftmals private Anlagen erzielt, die allerdings gleichzeitig die geringste Gewinnspanne je erzeugter Strommenge pro Kilowattstunde einfahren würden.

 

Der standort ist entscheidend – auch für den Gewinn

 

Und zum Windstrom sagt die Studie: „Obwohl das nördlichste Bundesland im direkten Vergleich mit Niedersachsen nur etwa über die Hälfte der Gesamtstromkapazität verfügt, fielen die Gewinne im Jahr 2012 nur um etwa neun Prozent niedriger aus. Das umgekehrte Bild zeigt sich für Brandenburg, das ab dem Jahr 2000 zwar über die zweitgrößte Gesamtstromkapazität verfügt, jedoch laut Modellabschätzung nur einen Bruchteil der Gewinne Niedersachsens oder Schleswig-Holsteins erzielt.“

Das belegt: Der Standort entscheidet über die Profitabilität. Die großen Unterschiede lassen sich laut Breitschopf teilweise durch die natürlichen Wetterbedingungen erklären, die etwa für Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein weitaus günstiger ausfallen als in südlicher gelegenen Regionen Deutschlands. Darüber hinaus habe auch die regionale Raumplanung großen Einfluss auf den Standort der Windkraftanlagen.


red

 

 

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