Standort für erneuerbare Energien vernachlässigbar

Mehr Platz für die Erneuerbaren: Es ist fast egal woher der Wind bläst oder wo die Sonne heizt – für den Preis für die Erzeugung regenerativen Stroms spiele das „kaum eine Rolle“, lautet das Ergebnis einer Studie im Auftrag von Agora Energiewende. Der Think-Tank zur Energiewende in Deutschland hatte renommierte Wissenschaftler befragt. Agora-Chef Rainer Baake: „Die Politik hat damit einen großen Handlungsspielraum beim Ausbau von Onshore-Windkraft und Photovoltaik.“

Foto: Philip May/CC 3.0

Windstrom von der Küste, Sonnenpower aus dem deutschen Süden – das galt bislang als Maxime für die Erneuerbaren. So müssten zwar insgesamt weniger Anlagen gebaut werden, zitiert Agora die gängige Meinung über die Stromproduktion, „allerdings verursacht die von Zeit zu Zeit nötige Drosselung der Anlagen bei viel Wind und Sonne zusätzliche Kosten“. Wer dagegen die Kraftwerke auch an suboptimalen Standorten, dafür aber näher beim Energiekunden baut, brauche zwar mehr Powermaschinen, um die gleiche Menge Strom zu produzieren. Dafür, so die Wissenschaftler vom Aachener Beratungsunternehmen Consentec unbd des Fraunhofer-Institut IWES in Kassel, die im Auftrag von Agora rechneten, „wird das Stromsystem entlastet“: Nach den Modellen der Experten produzieren die Anlagen dann „zu unterschiedlichen Zeiten Strom und speisen diesen näher an den Verbrauchern ins Netz ein. Sie müssen daher im Vergleich zu einem Ausbau an den besten Standorten nur vergleichsweise selten gedrosselt werden“.

 

2,5 Milliarden Euro gegenüber Regierungsplänen einsparen

 

Ganz nebenbei erbrachte die neue Studie auch ein anderes schönes Ergebnis: Sie zeigte, „dass sich beim von der Bundesregierung geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr sparen lassen“. Dazu müssten im Vergleich zu den derzeitigen Plänen vor allem mehr Windkraftanlagen an Land gebaut werden und weniger auf See. "Beim Ausbau der Offshore-Windkraft kommt es auf die richtige Balance an. Der Ausbau sollte auf einem niedrigeren Niveau fortgeführt werden, um Technologie- und Industrieentwicklung hier weiterhin zu ermöglichen und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren", betont Rainer Baake.

 

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