Studie: Nach Atomkrieg verhungern Milliarden

Foto: KCNA

Gut eine Milliarde Tote würde ein – auch kleiner und lokal begrenzter Atomkrieg auf der Erde kosten! Er beeinträchtigt zugleich das Klima und in dessen Folge die Nahrungsproduktion weltweit. Eine jetzt in Chicago vom Verein Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges vorgestellte Studie zeigt deutlich die verheerenden Folgen einer solchen Auseinandersetzung unter Menschen: Hunger, Tod und Streit.

Mitfinanziert wurde die Studie vom Schweizer Außenministerium. Veröffentlicht ist sie im Fachblatt "Climate Change".

Der Grund für die katastrophalen Folgen auch einer nur kleinen atomar geführten Schlacht sind vor allem weit in die Stratosphäre geschleuderte oder aufgewirbelte Teilchen oder Staub. Sie kühlen den Planeten stark ab. Niederschläge fallen, auch das berechneten die Forscher, niedriger aus. Deshalb wachsen auf den Äckern weniger Nahrungs- und Futterpflanzen. Die Ernten gehen zurück. Die Menschen hungern überall.

Zur Motivation für die neue Studie erklärt Xanthe Hall, Atomwaffenexpertin bei IPPNW Deutschland, in einem Interview mit der Agentur Pressetext: „Nachdem die Klimaeffekte bereits bekannt waren, wollten wir nun die Auswirkungen auf den Menschen erheben.“ Das Ergebnis zitiert Pressetext so: „Zehn Jahre lang würde die Mais- und Reisproduktion um durchschnittlich zehn Prozent sinken, wobei die schlimmsten Auswirkungen mit bis zu 30 Prozent Ernterückgängen in den ersten fünf Jahren zu erwarten wären.

Die Folgen dieses Szenarios reichen jedoch noch weiter: Angesichts der steigenden Lebensmittelpreise würden hunderte Mio. Menschen jeglichen Zugang zu Nahrung verlieren, und auch bei aufrechten Agrarmärkten wären binnen zehn Jahren 215 Mio. Menschen unterernährt. Panik und Hamsterkäufe infolge der Ertragsminderung würden zu weiteren Verknappungen führen, die am meisten Leidtragenden wären jedoch die schon heute 925 Mio. chronisch Unterernährten: Eine zehnprozentige Reduktion ihrer heutigen Zufuhr von durchschnittlich 1.750 Kalorien bedeutet für sie Lebensgefahr.“

Als Beleg, dass die Analyse durchaus ihre Berechtigung habe, verweisen die Initiatoren auf die Atom-Raketenstarts der jüngsten Tage. Sie machten deutlich, dass es keinen von den großen Atommächten ausgelösten „Nuklearen Winter“ brauche, um die gesamte Menschheit zu schädigen. „Die Atomwaffenstaaten dürfen sich nicht mehr auf ihre Atomwaffen verlassen. Sie müssen so schnell wie möglich eine Nuklearwaffenkonvention aushandeln, die diese Waffen vollständig ächtet“, zitiert die agentur die Botschaft der Studienautoren.

 

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