Sturm bringt Fukushima-Behälter zum Überlaufen

Arbeiter an den Tanks in Fukushima Foto: Screenshot

Jetzt doch: Radioaktives Wasser übergelaufen! Nach den schweren Regenfällen der vergangenen Tage lief auf dem AKW-Gelände von Fukushima aus einigen der Auffangbecken um die Wasserfässer, in denen verstrahltes Wasser aufgefangen wird, über und versickerte im Boden. In sechs der Becken lagerte auch Strontium-90. Die Betreiber des Kernkraftwerks versucht zu beruhigen, es seien „teilweise Strahlenwerte oberhalb der festgesetzten Grenzwerte gemessen“.

 

Nur wenige Tage ist es her, als Wissenschaftler auf genau dieses mögliche Szenario aufmerksam machten: Nun peitschte ein heftiger Taifun über das Meer vor Japan, der Regen kam sintflutartig. Rasch waren die über 1.000 Auffangbehälter auf dem 2011 nach einem Tsunami zerstörten Kraftwerksgelände bis zum Rand gefüllt. Es schwappte über und lief zunächst in die mit einer cirka 30 Zentimeter hohen Mauer umrandeten Auffangbecken.

 

Der Regen war einfach zu heftig. Tepco hatte laut einem Bericht von Spiegel-Online mit 30 bis 40 Millimeter Regen pro Quadratmeter gerechnet. Der Taifun aber brachte bis zu 100 Milliliter.

 

Fukushima: Radioaktivität breitet sich weiter aus

 

Laut Agenturberichten reichten diese auch bald nicht mehr. „Eine unbestimmte Menge des verseuchten Wassers sei dabei im Erdreich versickert“, zitiert die Tageszeitung taz einen Agenturbericht über den erneuten Zwischenfall. „Es sei aber unwahrscheinlich, dass es bis in den angrenzenden Pazifik lief, da außerhalb der Auffangbecken Wälle errichtet worden seien“, heißt es in der Zeitung weiter. Das Handelsblatt zitiert jedoch „japanische Medien“, die nicht ausschlossen, „dass strahlenbelastetes Wasser ins Meer gesickert sei“.

 

Arbeiter auf dem AKW-Gelände hatten am späten Sonntagnachmittag das ausgelaufene Wasser entdeckt. Danach begann Tepco mit dem Abpumpen des kontaminierten Regenwassers. Die Strahlenwerte des Wassers lagen „oberhalb der festgesetzten Grenzwerte“, berichtet der TV-Nachrichtenkanal N24. Nach Angaben anderer Medien war etwa der Grenzwert des Strontium-90 „um das 70-Fache überschritten“. Unterdessen melden Wetterstationen, vor Japan braue sich bereits der nächste Taifun zusammen.

 

 

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