Tschernobyl soll wieder strahlen

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Tschernobyl strahlt erneut: Nur sollen in Zukunft nicht berstende Atomkerne, sondern die Sonne ihre Strahlen in – diesmal dann saubere – Energie umwandeln. Der Plan in der Ukraine: Wo einst der GAU-Meiler explodierte soll bald ein Solarkraftwerk zwischen ein und vier Gigawatt Sonnenstrom für das Land bereitstellen.

Über die Planungen berichtet jetzt bizz.energy. Demnach soll das rund 2.600 Quadratkilometer große und seit 1986 verstrahlte Sperrgebiet um den Atomreaktor bald zum Standort gigantischer Solar-Farmen mutieren. Sie sollen als Ersatz-Stromquelle für das einst 3,8 Gigawatt starke Atomkraftwerk von Tschernobyl liefern.

 

Tschernobyl: Infrastruktur und Arbeitskräfte für Solarpark da

 

Die Voraussetzungen fürs Gelingen des Energieplans nannte Umweltminister Ostap Semerak bei einem Besuch in der Londoner Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) laut dem Magazin günstig: Es gäbe billiges Land, Stromtrassen seien noch vom havarierten Meiler vorhanden und zudem gäbe es in der Region genug ausgebildete Arbeitskräfte für Kraftwerke.

Was noch fehlt, sind Investoren. Bizz.energy: „Die EBWE hat prinzipiell Interesse bekundet, macht ein Engagement jedoch von weiteren, festen Investitionszusagen abhängig. Um diese zu bekommen, hat die Ukraine Präsentationen über das Solar-Projekt an Europas große Bankhäuser geschickt. 6.000 Hektar der kontaminierten Fläche könnten für erneuerbare Energieerzeugung genutzt werden, heißt es darin.“

 

Auch Weißrussland baut in AKW-Sperrzone risigen Solarpark

 

Konkurrenz bekommt die Solarzukunft in der Ukraine noch bevor sie beginnt. Weißrussland baut ebenfalls in seinen verseuchten Zonen nördlich von Tschernobyl am „landesweit größten Solar-Park“, weiß bizz.energy. 22,3 Megawatt Leistung soll dieses Projekt am Ende bringen und die atomar belastete Gegend, in der aufgrund der Strahlenbelastung nicht einmal Landwirtschaft möglich ist, wieder wirtschaftlich erschließen.


pit

 

 

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