
Werden nachwachsende Rohstoffe vor einer energetischen Nutzung (Verbrennung) stofflich genutzt, spart das fossile Energieträger ein, vermindert Treibhausgasemissionen und steigert die Wertschöpfung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltamts (UBA).
Bevor Holz im Ofen landet, sollte es „in einer längeren Verwertungskette zuerst als Baumaterial oder für die Holzwerkstoffindustrie im Anschluss zum Beispiel für Möbel genutzt werden und erst danach als Holzpellet für die Energiegewinnung“, scheibt das UBA über die jetzt vorliegende Studie. Diese Kaskadennutzung sollte in den Mittelpunkt einer langfristigen Strategie für eine Ressourcen effiziente und nachhaltige Biomassenutzung gestellt werden, betonen die wissenschaftler des Amts.
Rohstoffe so lange wie möglich vor der Verbrennung stofflich nutzen
Holz, Stärke aus Mais und Weizen, Pflanzenöle und Zucker: Mit diesen Rohstoffen befassten sich die Wissenschaftler. „Eine verstärkte stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland hätte erhebliche ökologische und ökonomische Potentiale hinsichtlich Treibhausgasminderung, Wertschöpfung und Beschäftigung“, sind sich die UBA-Forscher aufgrund ihres Gutachtens sicher. Ziel müsse sein, dass die in Deutschland bisher energetisch genutzte Biomasse in Gänze stofflich genutzt werde.
Ökobilanzen zeigten, schreibt das Amt in einer aktuellen Meldung, dass die stoffliche Nutzung von Biomasse viele Parallelen zur energetischen Biomassenutzung habe. „Allerdings ist die Kaskadennutzung des Rohstoffs, bei der sich die energetische an die stoffliche Nutzung anschließt, einer rein energetischen Nutzung weit überlegen.“ Auch ökonomisch habe die stoffliche Nutzung Vorteile. Sie schaffe, bezogen auf die gleiche Menge an Biomasse, die fünf- bis zehnfache Bruttowertschöpfung und ähnlich hohe Beschäftigungseffekte.
Weil die stoffliche Verwertung der Biomasse aber im Gegensatz zur energetischen Nutzung nicht gefördert werde, habe sie das nachsehen. Dies Fördersystem behindere eine ökologisch sinnvoll Kaskadennutzung, so das UBA. Originalton des Umweltbundesamts: „Bei dieser würde Holz in einer längeren Recyclingkette idealerweise zuerst als Baumaterial, dann für Spanplatten, im Anschluss für Möbel und danach für kleine Möbel wie Regale genutzt werden. Erst dann, wenn es sich nicht mehr für Holzprodukte eignet, kann es auch für die Energiegewinnung eingesetzt werden.“
UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann: „Die beste Form Biomasse einzusetzen, ist die Kaskadennutzung. Holz oder andere pflanzliche Stoffe sollen so lange wie möglich stofflich genutzt werden, für Bauholz oder Möbel und anschließend für neue Produkte recycelt werden. Erst die Rest- und Abfallstoffe dürfen für die Energiegewinnung eingesetzt werden.“ Sein amt empfiehlt daher, die bisherige Benachteiligung dieser Nutzungsart dringend zu ändern: „Die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen zuungunsten der stofflichen Nutzung von Biomasse lassen sich durch unterschiedliche Maßnahmen verringern. Beispielsweise sollte in der Erneuerbaren-Energie-Richtlinie der EU (
red
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