Übergangsfrist für Holzöfen endet am Jahresende

Holzfeuer im Ofen Foto: Wikimedia CC 3.0/4028mdk09

Neue Anforderungen für alte Öfen: Zum Jahreswechsel endet eine Übergangsfrist, dann müssen Holzöfen und -heizkessel neue Regeln zum Ausstoß von Feinstaub einhalten. So soll endlich die Atemluft sauberer und damit die Gesundheit vieler Menschen besser geschützt werden.

Am 1. Januar 2015 läuft die Übergangsfrist der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (kurz: 1. BImSchV) aus. Das Umweltbundesamt (UBA) weist daher schon vor der im Winter beginnenden neuen Heizperiode darauf hin Kessel und Öfen, die die neuen Anforderungen nicht erfüllen, vorab gegen neue Geräte auszutauschen oder mit Staubfiltern nachzurüsten. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die geltenden Luftgrenzwerte werden immer noch nicht überall eingehalten, die darüber hinaus gehenden Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahezu überall überschritten.“

 

Gesundheit durch Feinstaub von Holzöfen gefährdet

 

Jeder kann es im Winter beim Spaziergang durch die Straßen immer wieder selbst in der Nase spüren: Alte Holzöfen und -kamine verschlechtern die Luftqualität. „Die Emissionen aus diesen Anlagen tragen vor allem in den Wintermonaten zu hohen Feinstaubkonzentrationen in der Umgebungsluft bei“, erklären die Wissenschaftler des Bundesamts: „ Diese sind gesundheitsschädlich, Sie können zu Atemwegserkrankungen führen oder das Herzinfarktrisiko erhöhen.“

Mit Holz befeuerte Öfen und Heizkessel, die vor dem 1. Januar 1995 erbaut oder montiert worden sind, müssen ab 2015 die Emissionsgrenzwerte der Stufe 1 der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung einhalten – egal, ob sie das ganze Haus oder nur eine Wohnung wärmen. „Außerdem müssen Öfen und Kamine, die zur Beheizung von Einzelräumen dienen und vor dem 1. Januar 1975 errichtet wurden, ebenfalls ab dem Januar 2015 anspruchsvolle Emissionsgrenzwerte einhalten“, betont jetzt das UBA. Schornsteinfeger überwachen, ob dies auch tatsächlich geschieht.

Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 21. März 2010 gebaut oder installiert wurden sowie für Heizkessel, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 errichtet wurden, laufen die Übergangsfristen je nach Baujahr erst zwischen 2017 und 2025 aus. Öfen und Kessel, die ab dem 22. März 2010 eingebaut wurden, dürfen Hausbesitzer oder Mieter unbegrenzt weiter nutzen.

 

Neue Öfen müssen höhere Abgasgrenzwerte einhalten

 

Die 1. BimSchV lässt allerdings einige Ausnahmen zu, um den Übergang sozialverträglich zu gestalten: Öfen und Kamine, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit darstellen, sind von der Nachrüstverpflichtung ebenso ausgenommen wie historische Öfen, Herde, Badeöfen, offene Kamine und handwerklich vor Ort gesetzte Grundöfen. Drauf weist das UBA ausdrücklich hin.

Und alle ab Januar 2015 neu eingebauten Öfen und Heizkessel müssen dann bereits die Emissionsgrenzwerte der Stufe 2 der 1. BimschV erfüllen. Damit Verbraucher sich rechtzeitig darüber informieren können, wie hoch die Feinstaublast im Abgas ihres Heizkessels ist, können sie oder ein Installateur in einer Datenbank nachschauen. Zudem muss ein Kaminkehrer spätestens vier Wochen nach Einbau der Anlage eine Messung machen. Diese Kontrolle widerholt der Schornsteinfeger dann alle zwei Jahre. „Bei Einzelraumfeuerungsanlagen ist eine Bescheinigung des Herstellers über die Einhaltung der geforderten Emissionswerte auf dem Prüfstand ausreichend“, beschreibt das Bundesamt die Anforderungen an an neue Öfen.


red

 

 

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