
Super Idee: Mit möglichst vielen Daten will ein US-Startup unsere Luft sauberer halten. Die Macht der Masse hilft dabei. Wenn - wie bei Citizen Scientists - möglichst viele Menschen aktuelle Daten über die Luftqualität an möglichst vielen Orten dokumentieren „hilft das allen, gesünder zu leben“, glauben die Entwickler des TZOA genannten Sensors, Kevin R. Hart und Laura Moe.
Das kleine, tragbare Gerät ist ein runder Button - kaum halb so groß wie eine Zigarettenschachtel. Der „Umwelt-Checker“ (enviro-tracker) prüft Daten der Umgebungsluft im Zimmer oder – etwa am Arm, der Jacke oder dem Rucksack geschnallt – beim Spaziergang, Radeln, Joggen oder der Fahrt zur Arbeit.
Staub, Schimmel, Pollen: Wer Luft testet, kann sicher sein, dass sie rein ist

Hintergrund: Niemand kann wirklich sicher sein, welche Gase oder Partikel er oder sie gerade einatmen. Zwar messen Überwachungsstationen in vielen Ländern oder Städten an Straßen oder neben Fabriken die Reinheit der Atemluft. Wie saubersie aber um uns selbst jeweils gerade tatsächlich ist, können wir nur selten wissen. Oft riechen potenziell gefährliche Stoffe auchnicht, die wir dann einatmen. Wir sehen sie selten. Die Zeiten, als der „Himmel über der Ruhr“ nicht blau sondern grau war, sind in Deutschland zum Glück längst vorbei. Wirklich dicke Schwaden kennen wir nur aus den mit Smog geplagten Industriezonen und Cities in Asien. „Die Sicherheit, in der wir uns wiegen“, sagen die TZOA-Entwickler, „ist aber trügerisch.“
Die Sensoren im TZOA-Checker finden bis zu 2,5 Mikrometer kleine Partikel. Sie können neben Feinstaub, Pollen, Asbestfasern oder Schimmelsporen entdecken und bewerten, wie vile davon in der Atemluft schweben.
Daten in der Cloud informieren über Orte mit sauberer Luft
Der Clou: Die Daten kann jeder Umwelt-Checker für sich selbst nutzen. Mit dem Smartphone erhalten sie oder er täglich eine Übersicht, welche Stoffe in der Luft lagen. TZOA sendet die Informationen aber auch an die Datencloud, wo sie gekoppelt mit den jeweiligen Standortdaten der aktuellen Messung, dann in einer Karte verzeichnet und für alle Teilnehmer sichtbar sind. Damit, so hoffen die Entwickler, schaffen sie allmählich eine „alternative Wetterkarte“ der Orte mit sauberer Luft.
Noch ist das Zukunftsmusik. Derzeit suchen die Ideengeber über die Croudfunding-Plattform Indiegogo Investoren für weitere Forschungsarbeiten an TZOA. Der Verkauf der ersten Umwelt-Checker ist für 2016 geplant.
pit
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