
Aufruf zu mehr Klimaschutz: Über 100 Umweltpreisträger aus der ganzen Welt mahnten bei ihrem Treffen in Freiburg eine CO2-Emissionssteuer und den Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe an. Sie unterzeichneten gemeinsam einen Appell auf ihrem vierten internationalen Konvent.
„Überschwemmungen, Stürme, Dürren, wilde Wetterschwankungen und die damit einhergehenden ökonomischen Destabilisierungen plagen die Welt. Die polaren Eisschilde schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Schwere Hitzewellen, Wasserknappheit, lokale Luftverschmutzung und der dramatische Verlust der Artenvielfalt erreichen ein alarmierendes Ausmaß“ – so haben die mehr als hundert Preisträger, die sich in Freiburg zum vierten internationalen Umweltkonvent getroffen haben, die Klimasituation der Welt zusammengefasst.
Umweltexperten fordern: CO2-Emissionen besteuern
„Bei uns ist der Klimawandel auf allen Ebenen Wirklichkeit“, berichtet Alicia Kaudia, die Umweltministerin Kenias. „ Afrika ist der am stärksten vom Klimawandel betroffene Kontinent, gleichzeitig hat er die geringsten technischen und finanziellen Möglichkeiten, um sich an die Folgen anzupassen. In Kenia leben 18 Millionen Menschen in bitterster Armut.“
In einem dringenden Aufruf haben die versammelten Preisträger die Regierungen aufgefordert, „eine Steuer auf CO2-Emissionen einzuführen und Subventionen fossiler und nuklearer Brennstoffe einzustellen, um die Menschheit auf den richtigen Weg zu bringen und einen katastrophalen Klimawandel abzuwenden.“
„Emissions-Steuern bergen“, so die Preisträger in ihrem Appell, „gegenüber dem CO2-Handel große Vorteile. Sie sind einfach zu verwalten, kalkulierbar und bieten weniger Möglichkeiten für Betrug und Schlupflöcher. Die Einnahmen sollen teilweise dazu verwendet werden, um den internationalen Green Climate Fund zu finanzieren, um Entwicklungsländern dabei zu helfen den Klimawandel zu mäßigen und sich an diesen anzupassen und gesunde Ökosysteme zu erhalten.“
Steuervorschlag: 5 Dollar pro Tonne CO2 und jährlich ein Dollar teurer
Um die Einführung einer solchen Steuer zu erleichtern, soll sie mit fünf Dollar pro Tonne CO2 zunächst relativ niedrig beginnen. Jedes Jahr soll sie aber um jeweils einen Dollar erhöht werden. „Damit haben Volkswirtschaften und Unternehmen ausreichend Zeit, sich bei den jetzigen niedrigen Energiepreisen auf höhere Belastungen einzustellen und Alternativen zu entwickeln“, betont Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg und als Kuratoriumsvorsitzender der Europäischen Umweltstiftung Moderator zwischen den Preisträgern bei der endgültigen Verabschiedung des Appells. „In 10, 15 oder 20 Jahren werden fossile Brennstoffe so verteuert, dass alternative Energien in allen Bereichen die Nase vorn haben. Genau das ist es, was wir brauchen, um eine Chance zu haben, das von allen geforderte 2- Grad-Ziel doch noch zu erreichen.“
Die Preisträger sehen ihren Appell als Signal an die Regierungsvertreter aus der ganzen Welt, die sich des Ende des Jahres in Paris zum nächsten Klimagipfel COP 21 treffen.
red
Lesen Sie auch:
CO2: Klimakiller wird zum Rohstoff

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC
Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels
Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha
Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...
Foto: Pressenza (CC BY 4.0)
Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm
Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...

Screenshot: gunther-moll.de
Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...