
Geheime US-Regierungsdokumente enthüllen Atomgefahr: Nur wenige Tage nach dem so genannten Napa-Erdbeben, das den Boden unter Kalifornien im August immerhin mit einer Stärke von 6.0 wackeln ließ, enthüllt der US-Wissenschaftler Karl Grossman von der State University of New York in der Zeitung The Ecologist ein bisher geheim gehaltenes Papier des Ex-Inspekteurs der Atomanlagen am Diablo Canyon. „Das AKW steht gleich auf mehreren aktiven Erdfaltungen und Grabenbrüchen, die die Region an der Pazifikküste jederzeit erneut erschüttern können.“ Grossmann: „Eine Lage wie in Fukushima.“
Er glaubt: Ein Beben könne auch hier Zehntausende Menschenleben kosten. Die Umweltschützer von Friends of the Earth nennen Grossmans Enthüllung „explosiv“.
Der Wissenschaftler und Autor Grossman bezieht sich auf einen 42 Seiten-Bericht von Ex-Atomanlagen-Inspekteur Michael Peck. Er leitete die US Nuclear Regulatory Commission (NRC) im AKW und hatte den Bericht bereits in den Wochen nach dem Unglück von Fukushima geschrieben. Grund: Die beiden Reaktoren von Diablo Canyon liegen auf halber Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco und nur etwa 70 Kilometer von der St.-Andreas-Verwerfungslinie entfernt, die sich durch Kalifornien zieht. Seit 2008 ist zudem bekannt, dass keine 600 Meter (!) neben dem Atomkraftwerk ein neu entdecktes Grabenbruchsystem verläuft: die so genannte Shoreline Fault .
Dennoch sollen die Alt-Meiler< nach dem Willen der Betreiber noch weitere 20 Jahre am Netz bleiben.
Bericht zu US-AKW verheimlicht geologisches Wissen und Gefahr
Im Peck-Bericht wirft der Autor den Sicherheitsbehörden vor, dass sie die Gefahr systematisch vertuschen. Die US-Nachrichtenagentur Associates Press nennt Pecks Kritik frappierend: weil sie von einem NRC-Insider stamme.
Michael Mariotte, der Präsident des amerikanischen Nuclear Information & Resource Service sagt inzwischen, die NRC wissen nicht, ob das Atomkraftwerk von Diablo Canyon ein Beben überdauern könne: „Das kraftwerk muss sofort abgeschaltet werden.“ Er wirft der Atombehörde der USA vor, dass sie Pecks Bericht seit langem kenne, aber noch nicht einmal offiziell darauf geantwortet habe.
pit
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