Verkehr könnte 60 Prozent CO2 sparen

Foto: Flickr/Audi

60 Prozent weniger CO2 durch den Verkehr bis 2050 sind möglich. Das errechnet das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) mit einer Studie im Rahmen des europäischen Forschungsprojekt GHG-TransPoRD. Voraussetzung: technische Verbesserungen und eine Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer.

„Im Straßenverkehr können laut Studie die größten Mengen an Treibhausgasen eingespart und auch am schnellsten erzielt werden“, betonen die Wissenschaftler zum Ergebnis ihrer Untersuchung. Dies gelte „insbesondere für den Bereich der PKW und leichten Nutzfahrzeuge“. Die Technologien dafür gibt es schon heute. Sie verteuern die Fahrzeuge ein wenig, „aber durch den sinkenden Verbrauch kann auf Dauer sogar Geld gespart werden“, sind sich die ISI-Experten sicher.

 

Deutlich weniger CO2-Ausstoß durch den Verkehr

 

Wichtigste Maßnahme zur Realisierung der Einsparungen: ambitionierte Flottengrenzwerte für alle neuen Fahrzeuge.“ Unter Anrechnung von Elektromobilen mit Null-Emission seien bis zum Ende des Jahrzehnts Werte von 70 bis 90 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer machbar.

Wichtig dabei ist vor allem, die richtige Balance zwischen Fortschritten bei der Effizienz fossil betriebener Fahrzeuge und dem Umstieg auf alternative Energieträger wie Strom und Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien zu wahren“, argumentieren die Wissenschaftler, denn die Automobilindustrie verfüge zwar über die größten Forschungsbudgets in Europa. Die könnten jedoch nicht auf beiden Gebieten gleichzeitig die vollen Potenziale ausgeschöpfen.

„Kurzfristig ist daher aus Klimaschutzsicht der Fokus auf Effizienztechnologien zu legen, ohne die Reifung und Markteinführung von alternativen Antrieben zu vernachlässigen“, sieht der Bericht des ISI als Lösungsansatz. Für Dr. Wolfgang Schade, Projektleiter am Fraunhofer ISI, steht fest, „um 2030 dürfte die Verbesserung der Effizienz für fossil betriebene PKW ausgereizt sein. Spätestens dann müssen die alternativen Antriebe einen zuverlässigen und bezahlbaren Ersatz bieten. Dafür müssen sie aber bereits zehn bis 15 Jahre früher in den Markt eingeführt werden, um ihre Kosten zu senken und den Verbraucher damit allmählich vertraut zu machen“.

60 Prozent weniger Treibhausgasemission im Verkehr bis 2050 im Vergleich zu 1990 würden so allein durch neue Technologien erreicht. „Änderungen im Verhalten der Verbraucher durch neue Mobilitätskonzepte oder Nutzung von effizienteren Verkehrsmitteln würden 40 Prozent ausmachen“, kalkulieren die Wissenschaftler. Vor diesem Hintergrund könne der Verkehr gegenüber dem Jahr 2010 bis zum Zieljahr 2020 eine „Treibhausgasreduktion von zehn bis 20 Prozent erzielen, bis 2030 eine Reduktion von 40 bis 50 Prozent und bis 2050 von 70 bis 90 Prozent.“

 

 

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