18.07.2019

Eine außergewöhnlich hohe Zahl an Flächenbränden loderte in den letzten Wochen am nördlichen Polarkreis. Dabei strömten über 50 Megatonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre. Das maß der "Copernicus Atmosphere Monitoring Service" (CAMS), der im Auftrag der Europäischen Union vom "Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage" (EZMW) implementiert wird. CAMS untersucht die Emissionen und Aktivität der über 100 Brände in Jakutien, Sibirien sowie in Alaska seit Anfang Juni über einen längeren Zeitraum.

Die Feuersaison in nördlichen Gebieten herrscht traditionell zwischen Mai und Oktober, ihren Höchststand erreicht sie zwischen Juli und August. Bei den Bränden Anfang des Jahres in Kanada konnte CAMS nachweisen, dass Rauch innerhalb weniger Tage über den Atlantik nach Europa strömte. Seit Beginn genauer Beobachtungen von Flächenbränden vor 17 Jahren, waren im Juni bis dato keine Feuer im nördlichen Polarkreis schwerwiegender und langanhaltender. Darüber hinaus haben die Feuer in den ersten vierzehn Tagen des Julis weitere geschätzte 31 Megatonnen CO2 ausgestoßen. Bisher waren Flächenbrände in Sibirien und Alberta, Kanada, die Größten in diesem Jahr. Das Chuckegg Creek Fire in Alberta betraf schätzungsweise über 300.000 Hektar (mehr as 420.000 Fußballfelder).
„Wir beobachten sehr genau die Intensität der Brände und den entstehenden Rauch“, sagt Mark Parrington, Senior Scientist beim CAMS. „Wir wissen, dass die Temperaturen in der Arktis deutlich schneller als im weltweiten Durchschnitt gestiegen sind. Diese wärmeren und trockeneren Gegebenheiten schaffen ideale Voraussetzungen, dass sich ausbrechende Feuer stark auszubreiten können. Daten unseres "Global Fire Assimilation System" (GFAS) zeigen, dass in den nördlichen Polarregionen Feuer meist im Juli und August ausbrechen. Es ist sehr ungewöhnlich, dass solch schwere und andauernde Flächenbrände bereits im Juni zu sehen sind. Unsere Beobachtungen sind enorm wichtig, um die Tragweite der Folgen von Flächenbränden und Rauchemissionen aufzuzeigen und so Organisationen, Unternehmen aber auch Einzelpersonen zu helfen, Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung zu ergreifen.“

Neben der Zerstörung von Natur und Tierwelt, stellt auch der Rauch von Flächenbränden eine ernsthafte Gefahr dar – nicht nur für die Gesundheit der angrenzenden Anwohner. Auch weiter weg lebende Menschen sind betroffen, da die Brandemissionen durch Winde über viele tausende Kilometer transportiert werden können. Schwere Flächenbrände werden häufiger, teilweise als Resultat extremer Wetterlagen aufgrund des Klimawandels. Heiße und trockene Perioden sind nun mal die größten Risikofaktoren für solche Feuer. Darüber hinaus verschmutzen Flächenbrände deutlich stärker unsere Luft als beispielsweise Industrieemissionen, da sie eine Kombination aus Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid und weiteren Schadstoffen in die Atmosphäre leiten. (Quelle: CAMS/Copernicus)
Mehr zum Thema unter: atmosphere.copernicus.eu/cams-monitors-unprecedented-wildfires-arctic
CAMS beobachtet weltweit Brände und die dadurch verursachten Emissionen mit Hilfe von Messinstrumenten in Satelliten und in-situ (vor Ort) Stationen. Die berechneten Emissionswerte werden mit dem Wettervorhersagesystem des EZMWs kombiniert, das den Transport und die Zusammensetzung von atmosphärischen Schadstoffen am Computer modelliert. So können Vorhersagen über die weltweite Luftqualität bis zu 5 Tage im Voraus getroffen werden.
hjo

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