Welches Heizungssystem ist die beste Wahl?

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Die Wahl des Heizsystems ist von großer Wichtigkeit, schließlich werden die Anlagen üblicherweise 20 Jahre und länger betrieben.

Neben den Aufwendungen für die Anschaffung entscheiden auch Betriebskosten und Bedienungskomfort bei der Kaufentscheidung mit. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Alternativen zu den konventionellen Heizungssystemen etabliert, sodass die Auswahl durchaus unübersichtlich hoch erscheint. Welche Anlagen sind für wen empfehlenswert?

 

Günstige Heizungssysteme setzen auf fossile Brennstoffe

 

Zu den Klassikern zählen Öl- und Gasheizungen: Wurden in den 1990er Jahren noch knapp 80 Prozent aller Neubauten mit einer konventionellen Heizungsanlage ausgestattet, ist dieser Anteil mittlerweile auf rund 50 Prozent gesunken. Während die konventionelle Ölheizung mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, sind vor allem Gasheizungsanlagen durchaus noch interessant: Zu den Vorteilen zählen die geringen Anschaffungskosten von etwa 8.000 Euro inklusive Montage, wenn ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche mit bis zu 200 Quadratmeter beheizt werden soll. Durch aktuelle Brennstofftechnik fallen Verbrauch und Umweltbelastung vertretbar aus, auch die Betriebskosten erscheinen mit 6,38 Cent pro Kilowattstunde moderat. Die Ölheizung kommt auf einen Durchschnittswert von 4,67 Cent pro Kilowattstunde, ist aber in der Anschaffung etwas teurer.

Der Nachteil beider Systeme: Zum einen wird durch die Nutzung fossiler Brennstoffe das Klima belastet; zum anderen ist unklar, wie sich die Preise mittelfristig entwickeln - der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt, und dieser unterliegt bekanntermaßen großen Schwankungen. Bei der Ölheizung muss der größere Platzbedarf für den Öltank mitberücksichtigt werden. Für die Gasheizung ist wiederum ein Gasanschluss notwendig, der in ländlichen Gebieten nicht immer zur Verfügung steht.

 

Umweltfreundlich, aber teuer: die Pellet-Heizung

 

Immer beliebter wird die Pellet-Zentralheizung, die allerdings Investitionskosten von bis zu 20.000 Euro verursacht. Im Unterschied zu früheren Systemen ist die Bedienung mittlerweile allerdings komfortabel: Das Nachlegen des Brennstoffes geschieht heute automatisiert, die Bedienung unterscheidet sich kaum von einer konventionellen Öl- oder Gasheizung. Allerdings wird auch hier ein Vorratsraum benötigt, in dem die Pellets trocken gelagert werden können. Um eine Kilowattstunde Heizenergie zu erzeugen, müssen aktuell etwa 4,46 Cent aufgewendet werden. Damit fallen die Gesamtkosten keinesfalls günstiger aus als bei einer Ölheizung - selbst wenn die Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit einkalkuliert werden.

Käufern eines solchen Heizungssystems zahlt die Behörde einen Zuschuss in Höhe von mindestens 2.000 Euro. Dafür erscheinen die Betriebskosten kalkulierbar, große Kostenschwankungen sind beim Brennstoff kaum zu befürchten. Preissteigerungen sind allerdings nicht unwahrscheinlich, weil die Beliebtheit der Pellet-Heizungen für eine erhöhte Nachfrage sorgt. Dafür ist dieses Heizungssystem nachhaltig, weil die Wärme CO2-neutral erzeugt wird.

 

Heizen mit Strom: Wärmepumpen machen Erdwärme nutzbar

 

Immer beliebter wird auch das Heizen mit Strom: Wärmepumpen arbeiten im Wesentlichen wie der Kältekompressor eines Kühlschranks - nur umgekehrt. Mithilfe eines Kühlmittels wird der Außenluft die Wärme entzogen und zum Heizen verwendet. Dadurch kann rund viermal so viel Energie zum Heizen genutzt werden, wie zunächst durch Strom aufgewendet werden muss.

Sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, ist eine effiziente Wärmeerzeugung allerdings kaum noch möglich. Entweder wird für den Winter ergänzend ein anderes Heizungssystem verwendet, oder die Wärmepumpe wird mit Erdwärme betrieben. Durch eine Tiefbohrung können Temperaturen um 10 Grad Celsius eine ganzjährige Verwendung ermöglichen. Mit maximal 15.000 Euro fallen die Investitionskosten durchaus moderat aus, dasselbe gilt für die Betriebskosten: Bei einem angenommenen Strompreis von 29 Cent je Kilowattstunde, von der allerdings die vierfache Wärmeenergie genutzt werden kann, würde der Preis je Kilowattstunde Wärmeenergie nur rund sieben Cent betragen. Hier lohnt sich für Verbraucher auch ein Vergleich von verschiedenen Stromanbietern. Zudem fördert das BAFA eine solche Wasser/Wasser-Wärmepumpe mit einem Sockelbetrag von mindestens 4.000 Euro. Wie es um den Klimaschutz bestellt ist, erscheint allerdings fraglich: Noch wird ein großer Teil des in Deutschland genutzten Stroms unter erheblichen Umweltbelastungen erzeugt.

 

Brigitte Jager

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