Weltbank: Klimawandel ist real und trifft Arme

Cover: PIK

Experten der Weltbank sind sich sicher: Folgen des Klimawandels treffen die Menschen hart. In einer jetzt veröffentlichten Studie warnt Weltbank-Chef Jim Yong Kim in New York: „Der Klimawandel erschwert es uns, Millionen Menschen aus Armut zu befreien.“

Jetzt sind die Ökonomen sich sicher: Wir sitzen im Treibhaus, der „Klimawandel ist unabänderlich“..

Die Veränderungen, auf die die Menschheit sich nun einstellen müsse, beträfen, sagen die Weltbank-Experten in ihrer Studie, vor allem auch die Budgets für Entwicklung. Geld, Rat und Hilfe müssten, betonte Jim Yong Kim, als er den Bericht vorstellte, „künftig vor allem die Widerstandskraft und Reaktionsfähigkeit der Gesellschaften und Institutionen auf die Veränderungen in der sich erwärmenden Welt stärken“.

 

PIK-Forscher: Wetterextreme werden künftig Normalität sein

 

Den „ Turn down the Heat“-Bericht für die Weltbank schrieben Wissenschaftler des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Sie kommen zum Schluss: „Wetterextreme wie Hitzewellen, die bislang ungewöhnliche Ereignisse waren, könnten bald die neue Normalität sein.“

„Kaum eine Region ist von den Folgen des Klimawandels ausgenommen.“ Mit diesen Worten beschreiben die Wissenschaftler und Weltbank-Ökonomen die Tragweite des Klimawandels – er trifft alle und jeden. Christopher Reyer vom PIK, der den gemeinsam mit Climate Analytics (CA) und dem britischen Overseas Development Institute (ODI) erstellten Bericht koordinierte: „Wir haben die Erkenntnisse der Klimaforschung analysiert, um herauszufinden, auf welche Folgen es wirklich ankommt.“

 

Betroffen sind vor allem die, die den Klimawandel am wenigsten hervorrufen

 

Und die Ergebnisse ihrer Analysen „geben Anlass zur Sorge“, betonen die Wissenschaftler. Für PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber ist es nicht nur vernünftig, dem Klimawandel zu begegnen. Es sei „auch eine Frage der Gerechtigkeit“, denn die Folgen des Klimawandels träfen vor allem jene Ärmsten, „die am wenigsten zum Anstieg der Treibhausgas-Emissionen beigetragen haben“: vor allem Menschen in Entwicklungsländern und in den Tropen.

Trotz aller trüben Aussichten, hat der Weltbank-Präsident auch „gute“ Nachrichten parat. Politiker sollten, so Kim, „bezahlbare Lösungen wie die Bepreisung von CO2 ergreifen, und Maßnahmen wählen, die Investionen hinbewegen zu sauberem öffentlichen Verkehr, saubererer Energie, und zu energiesparenden Fabriken und Gebäuden“.


pit

 

 

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