
Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für System und Innovationsforschung (ISI) und der Universität Kassel , bei der 3.300 Personen befragt wurden, sind sich die Deutschen, Chinesen und US- Amerikaner einig: Wer das Klima ruiniert muss auch dafür finanziell aufkommen und die Kosten tragen.
Damit sind die Bürger und Bürgerinnen dieser Länder schon einen großen Schritt weiter als ihre politischen Vertreter, die sich immer noch um die genaue Kostenverteilung streiten und sich gegenseitig die Schuld am Klimawandel zuweisen. 77 Prozent der Deutschen sehen also auch auf internationaler Ebene das Verursacherprinzip als die gerechteste Lösung in Bezug auf die Folgen des Klimawandels. In China stimmten 69 Prozent der Befragten zu, in Amerika 62 Prozent. Als zweithäufigste Antwort fiel in allen drei Ländern, die Forderung nach der Kostenverteilung gemessen an der Wirtschaftskraft der jeweiligen Länder.
Auch bezüglich der Aussage, die Staaten sollten ihren CO2- Ausstoß jeweils proportional reduzieren, waren sich die Befragten Deutschen, Chinesen und Amerikaner einig, dass dies nicht im Fokus der internationalen Klimapolitik stehen solle. Die Aussage, jedes Land habe das Recht auf die gleiche Ausstoßmenge an CO2 wurde von je 45 Prozent der Deutschen und Amerikanern sowie von 51 Prozent der Chinesen bestätigt. Somit herrschen auch hier ähnliche Vorstellungen innerhalb der Bevölkerung der eigentlich so unterschiedlichen Staaten, wenn auch keine eindeutige Zustimmung oder Ablehnung der Aussage festzuhalten war.
Klimakonferenzen- Nur die Chinesen von Erfolg überzeugt
Lediglich in Bezug auf die internationalen Klimakonferenzen gehen die Meinungen und Vorstellungen der Deutschen, Amerikaner und Chinesen auseinander. Während 54 Prozent der Chinesen die bisherigen Verhandlungen für erfolgreich halten, sind in Deutschland davon gerade einmal 8 Prozent und in den USA 22 Prozent überzeugt. Trotzdem glaubt die Mehrheit in allen drei Staaten daran, dass der Klimawandel noch wirksam begrenzbar sei. So halten es alle (USA 64 Prozent, Deutschland 83 Prozent und China 74 Prozent) für wichtig, dass künftig wirksame internationale Klimaabkommen beschlossen werden.
Insgesamt zeigten sich die Deutschen jedoch sehr skeptisch bezüglich der Klimapolitik, nur gut ein Fünftel der Befragten fühlte sich ausreichend über die internationale Klimapolitik informiert und gerade einmal 11 Prozent fanden, dass ihre eigene Position bei den internationalen Verhandlungen gut vertreten sei. In den USA und China waren diese Werte weitaus höher, was Prof. Dr. Joachim Schleich, der Leiter der Studie darauf zurückführt, dass dem Klimawandel in Deutschland traditionell eine hohe Bedeutung zukommt und der mangelnde Fortschritt in der internationalen Politik deshalb besonders kritisch betrachtet wird.
Nichtdestotrotz sollten sich Frau Merkel, Herr Obama und Herr Jinping ein Beispiel an ihren Bürger und Bürgerinnen nehmen und sich ihrer Verantwortung bewusst und einig werden. Die Zeit drängt! JK
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