Wald und Holz: mit Klimaschutz Zukunft verändern

Cover: proHolz Bayern

Klimaschutz 2050: Die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ im Martin Gropius Bau in Berlin zeigt wie Wald und Holz beim Klimaschutz Hand in Hand unsere Zukunft verändern können. Sie startet am 21. Oktober 2016.

Fünf Jahre zuvor hatte diese für die Forst- und Holzwirtschaft in Bayern richtungsweisende Ausstellung im Architekturmuseum der Pinakothek der Modern in München viele tausend Menschen begeistert. proHolz Bayern unterstützt auch diese weiterentwickelte Version der Ausstellung. „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ zeigt anhand herausragender internationaler und nationaler Projekte aktuelle ökologisch-nachhaltige Positionen moderner Holzarchitektur und wagt visionäre Ausblicke. Die Ausstellung gibt dabei klare Antworten auf drängende Fragen des Klimawandels und ist vor dem Hintergrund der Debatte um den Entwurf des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

 

Klimaziele durch mehr Holzbauten

 

So wird in der Ausstellung an zahlreichen Grafiken aufgezeigt, wie Holzbauten das klimarelevante Gas Kohlendioxid speichern und durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz energieintensiv hergestellte, konventionelle Baustoffe ersetzt werden können. Anhand von vergleichenden Ökobilanzierungen bereits ausgeführter Bauten wird dies noch weiter untermauert. Es wird klar, dass Holz zum Symbol für Nachhaltigkeit und ressourcenschonendes Bauen geworden ist. So der Tenor der Ausstellung, die von Prof. Hermann Kaufmann in Zusammenarbeit mit Prof. Winfried Nerdinger von der Technischen Universität München kuratiert wird.

 

Klimaschutzpotenzial des Bauens mit Holz

 

Das Klimaschutzpotenzial des Bauens mit Holz ist sehr viel höher, als man im Allgemeinen denkt. „Die Festlegung von CO2 in Holzprodukten und der entsprechende Ersatz konventioneller Bau- und Werkstoffe bringt einen wesentlich höheren Klimaschutzeffekt als die Speicherung von CO2 im Wald alleine. Bei weitgehend konstanten und hohen Vorräten im Wald ist die Senkenwirkung unserer Wälder bereits weitgehend ausgeglichen. Nur die nachhaltige Holznutzung und Speicherung in langlebigen Holzprodukten entzieht zusätzlich CO2 aus der Atmosphäre, was zwingend notwendig ist, um die in Paris vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. So wird aktuell bereits durch nachhaltige Holznutzung ungefähr die Menge CO2 gebunden oder ersetzt, die der gesamte Straßenverkehr in Bayern jährlich produziert.

Und da ist noch Luft nach oben: Durch eine noch aktivere Forstwirtschaft, eine bevorzugte Holzverwendung als Dämmstoff bei der energetischen Sanierung, beim Ausbau von Wohnraum (z.B. Aufstockung) und eine Steigerung des Holzbau-Anteils bei Neubauten. Wir brauchen also Wald und Holz, um in Zeiten des Klimawandels etwas bewegen zu können“, erklärt Hubert Röder, Professor für Betriebswirtschaftslehre Nachwachsender Rohstoffe an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

 

Foto: proHolz Bayern

Die durch den Anbau wuchskräftiger Wälder und durch die energetische und stoffliche Verwendung von Holz mögliche Kohlenstoffsenke wird bei den aktuellen Bestrebungen des Klimaschutzplans 2050 sträflich vernachlässigt. Die vorgesehene Verlängerung der Umtriebszeiten und Flächenstilllegung größerer Teile der Wälder in Deutschland verpuffen als Klimaschutzmaßnahmen, denn in ungenutzten Wäldern stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Kohlendioxidbindung und -Freisetzung ein. Vor dem Hintergrund der Ausstellung appelliert proHolz Bayern daher an Politik und Verbraucher, verstärkt auf Holz zu setzen. „Holz ist ein ganz besonderer Rohstoff, der bestens als klimaschonender Energielieferant oder Rohstoff für umweltbewusstes Bauen und innovative Holzprodukte genutzt werden kann“, sagt Johann Koch, Vorsitzender von proHolz Bayern. Deshalb seien eine nachhaltige Forstwirtschaft auf ganzer Fläche und eine verstärkte Holzverwendung wichtige Bausteine zur Bewältigung von Klimaschutz und Energiewende. „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, so wie sie von unseren Waldbesitzern und Forstleuten seit Generationen gelebt wird, schützt aktiv das Klima. Einschränkungen unserer nachhaltigen Forstwirtschaft und Holzverwendung wären auch aus Sicht des Klimaschutzes völlig kontraproduktiv und würden die Probleme anderswo auf der Welt verschärfen. Den vielfältigen Ansprüchen an den Wald können wir nur mit einer multifunktionalen, nachhaltigen und leistungsfähigen Forstwirtschaft auf der gesamten Fläche gerecht werden“, betont Koch.

 

Ines Heinrich

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