
In Deutschland muss sich was tun. Darüber sind sich BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), DNR (Deutscher Naturschutzring) und NABU (Naturschutzbund Deutschland) einig. Die drei Umweltverbände veröffentlichten heute ihre gemeinsamen Erwartungen an die zukünftige Bundesregierung.
Der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, bringt die Forderungen auf den Punkt: „Die Energiewende muss als eine große Chance für die Gesellschaft kommuniziert werden und bei Verkehrsplanungen müssen die Bürger mitreden können.
Eine Agrarindustrie, die große Mengen Pestizide einsetzt, Nutztiere mit Medikamenten vollpumpt, die Verödung der Landschaft und Lebensmittelskandale verursacht, ist nicht zu akzeptieren. Wer der künftigen Bundesregierung und dem Bundestag angehören will, muss den Schutz unserer Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen.“
Wohlfahrtsindex als neuer Maßstab
Die Organisationen verlangen von den Politikern unter anderem, die Energiewende entschlossen voranzubringen und die Stromversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Daneben müssten die Volksvertreter ein Klimaschutzgesetz mit verbindlichem Ziel verabschieden: Um den CO2-Ausstoß um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, steht die Abschaltung von Kohlekraftwerken und der Verzicht auf Fracking für die Umweltverbände im Vordergrund.
Ihre Antwort auf die Ressourcenknappheit in den Industrieländern: nachhaltiges Wirtschaften und ökologische Finanzreform. Hartmut Vogtmann, Präsident des DNR, fordert außerdem: „Wir müssen die umweltschädlichen Subventionen von jährlich mindestens 48 Milliarden Euro endlich beseitigen. Die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes reicht nicht aus, das Gemeinwohl einer Gesellschaft zu messen. Hierfür brauchen wir als Ergänzung einen Wohlfahrtsindex, der Aussagen über den Gesundheits- und Bildungszustand und das Ausmaß der ehrenamtlichen Arbeit in Deutschland macht.“
Schutz der biologischen Vielfalt
Daneben plädieren BUND, DNR und NABU für mehr Engagement gegen Artenrückgang und Verlust von Lebensräumen und die Aufstockung des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ in den nächsten zwei Jahren von derzeit 15 Millionen auf 100 Millionen Euro pro Jahr.
NABU-Präsident Olaf Tschimpke richtet seinen Appell an die Verantwortlichen: „Wir brauchen auch Flächen, die ausschließlich und dauerhaft für Naturschutzzwecke zur Verfügung stehen, wenn das Artensterben bis 2020 gestoppt werden soll, wie es die europäischen Staats- und Regierungschefs beschlossen haben. Fünf Prozent der gesamten Waldfläche und zehn Prozent der öffentlichen Wälder müssen als „Urwälder von morgen“ aus der Nutzung genommen werden. Weitere 30.000 Hektar im Bundesbesitz sind eigentumsrechtlich dauerhaft als Nationales Naturerbe zu sichern.“ JET
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