
Heizungs-Check der Energie-Experten des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv): „Zwei Drittel aller eigentlich klimaschonenden Brennwertheizungen sind überdimensioniert.“ Die Folge: Sie verschleißen früher und verpuffen zu viel Abgase – ungenutzt.
Die Experten des Berliner Dachverbands der Verbraucherberater in Deutschland nahmen unter die Lupe. Heizungen in deutschen Häusern. Mit ernüchterndem Ergebnis. „Brennwertheizungen sind eigentlich besonders effizient, weil sie die Wärme des Wasserdampfs in den Abgasen nutzen“, erklärt vzbv-Energieexperte Peter Kafke. Die Alltagspraxis in den Heizungskellern ist jedoch enttäuschend: Von über 3.800 Brennwertheizungen, die die Experten checkten, sind über zwei Drittel „nicht optimal“, betonen die Verbraucherschützer jetzt im Ergebnis ihrer Vor-Ort-Untersuchung. Es gäbe „viel Verbesserungsbedarf“.
Weniger als ein Viertel der Heizsysteme sind richtig gedämmt
Viele Hausbesitzer ließen sich vom Installateur offenbar überdimensionierte Heizungen aufdrängen. Die Brennwert-Heizungen halten „in der Regel“, sagt der vzbv, „nicht was die Anbieter in der Werbung versprechen“.
Für die Experten ist das ärgerlich, verkehrt es doch die Vorteile dieser eigentlich klimafreundlichen Technik ins Gegenteil. Kafke sagt warum: „Ein zu starker Wärmeerzeuger produziert mehr Wärme, als das System benötigt. Deshalb schaltet das Gerät häufig ab und kurze Zeit später wieder an. Es läuft also kaum im ruhigen Normalbetrieb. Dadurch verschleißt es deutlich schneller.“ Tipp der Verbraucherberater aus Berlin: „Lassen Sie ihren Brennwertkessel daher von einem unabhängigen Energieberater überprüfen.“
Zudem sei dies auch aus Umweltschutzaspekten nicht besonders hilfreich. Bei jedem Neustart des Ofens setzt die Heizung nämlich mehr Schadstoffe frei als im Normalbetrieb.
Alarmierend ist für den aspezialisten Kafke auch ein anderer Befund der Brennwert- Checks: Steht ein Heizkessel in einem unbeheiztem Raum, müssen Rohrleitungen und Armaturen sorgfältig gedämmt sein, sonst geht darüber viel Heizwärme ungenutzt verloren. Ergebnis des vzbv-Checks: „Nicht einmal bei einem Viertel der untersuchten Systeme ist dies jedoch vorschriftsmäßig ausgeführt.“
Das jedoch, so die Verbraucherschützer, können Besitzer eines Brennwert-Geräts mit einem Check rasch und kostengünstig beheben. Dank staatlicher Förderung koste der Check, so der vzbv, nur 30 Euro.Terminvereinbarungen sind (kostenlos) unter 0800–809802400 möglich. Informationen zum Heiz-Check gibt es im Internet.
red
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