Zwischenfrüchte: Klimaschutz auf dem Acker

Foto: eLKayPics/flickr (CC-BY-NC-ND-2.0)

Zwischenfrüchte schützen das Klima: Wissenschaftler des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz und der schwedischen Landwirtschaftlichen Universität fanden heraus, dass das Pflanzen so genannter Zwischenfrüchte auf Äckern nicht nur den Humus verbessert. Bauen Bauern im Winter auf den Feldern Ackersenf oder Weidelgras an, speichert dies Kohlenstoff im Boden und wandelt Kohlendioxid in Biomasse.

 

Ihre studie veröffentlichten die Forscher im Fachblatt Agriculture Ecosystems and Environment. Ergebnis: „Zwischenfrüchte, die den Acker im Winter begrünen, sind eine der effektivsten Maßnahmen, um in Ackerböden Humus anzureichern“, betonen die Wissenschaftler: „Anders als normale Kulturpflanzen werden Zwischenfrüchte meist nicht abgeerntet, sondern im Frühjahr einfach untergepflügt.“

 

Grüne Äcker im Winter für den Klimaschutz

 

Genau das bringt den Vorteil beim Klimaschutz auf dem Feld: Zwischenfrüchte nämlich erhölhen nicht nur die Fruchtbarkeit de Bodens oder schonen das Grundwasser, weil sie Nitrat-Einträge durch zusätzliche Düngung ersparen. „Mit dem Anbau von Zwischenfrüchten kann jährlich mehr als doppelt so viel Humus in den Boden gebracht werden wie mit reduzierter Bodenbearbeitung, die bisher als Maßnahme zur Anreicherung von Humus empfohlen wurde“, erklärt Dr. Axel Don vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz. In nur drei Jahren werden durch den Zwischenfruchtanbau durchschnittlich zwei Tonnen Humus pro Hektar zusätzlich im Boden gespeichert. Für die Forscher am Thünen-Institut sprechen die positiven Synergien für eine Erweiterung des Anbaus von Zwischenfrüchten: Nicht nur das Klima und das Grundwasser profitieren davon, sondern auch der Landwirt aufgrund der verbesserten Bodenfruchtbarkeit.

 

10 Hektar Zwischenfrüchte kompensieren CO2-LAst eines Bundesbürgers

 

Auf weniger als 10 Prozent der deutschen Ackerflächen pflanzen Bauern in Deutschland heute solche Zwischenfrüchte an. Ein verstärkter Anbau könnte nach Meinung der Thünen-Experten aber „eine wirksame und kostengünstige Klimaschutzmaßnahme sein“. Etwa 10 Hektar zusätzlich angebaute Zwischenfrüchte kompensieren die jährlichen Treibhausgasemissionen eines Bundesbürgers.

 

Allerdings sind die Zwischenfrüchte nur ein befristeter Beitrag zum Klimaschutz. Denn die Humusspeicherung im Boden ist begrenzt. Dagegen kehrt der gespeicherte Humus schnell wieder als klimawirksames Kohlendioxid in die Atmosphäre zurück, wenn der Landwirt wieder auf Zwischenfrüchte verzichtet. „Zwischenfrüchte können den Klimawandel daher nur dann bremsen, wenn sie regelmäßig angebaut werden“, betonen die Experten.


pit

 

Lesen Sie auch:

Verlassene Äcker in Russland bremsen den Klimawandel

Auf einem Fünftel der Äcker wächst kein Lebensmittel

Agrarrohstoffe: Kunststoff vom Acker

 

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: