Artenschützer Opfer von Wilderei!

Grauenvoll: Wilderer in Afrika ermorden jährlich 40 Ranger!

Abgeschlachtete Elefanten und Nashörner, illegaler Elfenbeinhandel, die Ausrottung bedrohter Arten- diese Horrorszenarien sind es, mit denen die meisten von uns das blutige Geschäft der Wilderei verbinden.

 

Doch die Grausamkeit lässt sich noch weiter steigern- denn die direkten Leidtragenden sind nicht nur die Tiere. Jährlich töten Wilderer afrikaweit 40 Ranger- ausgerechnet die Menschen, die ihre Mitgeschöpfe vor diesem grausamen Schicksal bewahren wollen.

Foto: L. Siege, NABU International Naturschutzstiftung

In Äthiopien zählte die Ethiopian Wildlife Conservation Authority (EWCA) in den vergangenen fünf Jahren vier getötete und zwei verletzte Ranger; einer von ihnen fiel einer Wildererfalle zum Opfer. Seit 1989 sprechen wir von 35 Toten und 34 Schwerverletzten. „Wird ein Ranger während seines Einsatzes für den Natur- und Artenschutz getötet, verlieren seine Angehörigen nicht nur einen geliebten Menschen, sondern meist auch das Haupteinkommen für die ganze Familie. Auch schwere Verletzungen, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führen, bringen die Familien häufig an den Rande ihrer Existenz“, erläutert Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung in Äthiopien.

 

Auch Sie können helfen!

 

Gemeinsam mit der EWCA rief sie deshalb einen Fonds mit 50.000 Euro Startkapital ins Leben. Das Geld stammt aus einer zweckgebundenen Erbschaft. Sein Ziel: die Hinterbliebenen der Opfer finanziell zu unterstützen, damit sie auch weiter über die Runden kommen. Familien getöteter Artenschützer erhalten dabei eine Einmalzahlung von 1.000 Euro, bei schwerwiegenden Verletzungen wird ein etwas geringerer Betrag ausgezahlt.

 

Die ersten Auszahlungen an betroffene Familien erfolgten bereits im Beisein des äthiopischen Kulturministers, Amin Abdulkadir. „Wir sind zusammen gekommen, um den Mut unserer Ranger anzuerkennen, die an der Front des Naturschutzes arbeiten und ihr Leben dafür riskieren“, sagte der Minister in seiner Rede an die Angehörigen. Gleichzeitig regte er die Einführung einer Lebensversicherung für Ranger an.

 

Derzeit ist eine Erweiterung des Fonds auf Kenia in Zusammenarbeit mit dem Kenya Wildlife Service (KWS) angedacht. Auch in Mittelasien und im Kaukasus, wo Ranger im Kampf gegen die Wilderei täglich ihr Leben aufs Spiel setzen, ist der NABU aktiv. „Durch die Gründung des Fonds ist es unser Anliegen, diese Arbeit weltweit zu unterstützen.“, erläuterte Pressesprecherin Sabine Otten auf Anfrage von global°.

 

Wenn auch Sie die Familien der Getöteten unterstützen möchten, können Sie das hier tun. Jede Spende wird dringend benötigt! NISO

 

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