
Was wäre, wenn es die Bienen nicht mehr gäbe? Seien wir mal ehrlich - nur wenige haben sich diese Frage schon einmal gestellt. Warum auch? Nur wenige wissen, dass wir den Bienen ein Drittel unserer Nahrung verdanken. Ohne ihren Fleiß hätten wir weder Obst noch Gemüse. Doch das könnte in naher Zukunft Wirklichkeit werden, denn weltweit sehen sich Imker mit einem noch nie dagewesenen Verschwinden der Honigbiene konfrontiert.
Diesem Mysterium, von Wissenschaftlern als „Colony Collapse Disorder“ (CCD) bezeichnet, geht der neue Dokumentarfilm Bienen: Himmelsvolk in Gefahr auf alamierende Art und Weise nach. Der erste Imker, der in den USA auf das Verschwinden der Bienen aufmerksam machte, war David Hackenberg. Er und sein Freund Dave Mendes - ebenfalls Berufsimker - verdienen ihr Geld nicht mit Honig, sondern mit der Bestäubungsleistung ihrer Bienen. Allein in den USA werden Pflanzen im Wert von 15 Mrd. Dollar bestäubt. Beide besitzen mehrere Tausend Bienenstöcke, beide haben unzählige Bienenvölker verloren und beide sind sich sicher: ein Problem dieser Größenordnung hat es vorher noch nie gegeben! Die Dokumentation folgt jedoch nicht nur diesen kommerziell ausgerichteten Imkern. Sie beleuchtet auch die wachsende Branche der Bio-Imker, welche auf die Gefahren der kommerziellen Bienenhaltung in der Bestäubungssparte aufmerksam macht. Doch zwei Fragen bleiben: Wohin sind die Bienen verschwunden und vor allem warum?
Ist die Landwirtschaft schuld?
Forscher und Imker aus aller Welt sehen das Problem bei den Monokulturen. Sie sind anfällig für Schädlinge, weshalb weltweit große Mengen an Pestiziden eingesetzt werden. Dabei handelt es sich heutzutage vor allem um systemische Pestizide. Sie werden nicht aufgesprüht sondern sind Teil der Pflanze. Und genau darin sehen viele Forscher und betroffene Imker das Problem. Denn es ist nicht klar, welchen Einfluss geringe, nicht unmittelbar tödliche Dosen eines Pestizids über lange Zeit auf die Gesundheit der Honigbiene haben. Und was ist mit der Wechselwirkung von Pestiziden? Auch darüber gibt es keine Studien. Der Dokumentarfilm ist nicht nur brandaktuell sondern stellt auch die allgemein gültige Autorität der Wissenschaft in Frage, denn überliefertes Wissen findet oft die Antwort noch vor der Wissenschaft.
Auch wenn die Frage nach dem „Warum“ nicht geklärt werden kann, ist die Kernaussage dieses Films mehr als deutlich: Der Völkerkollaps ist ein Zeichen dafür, dass das System, welches unsere Nahrung produziert, nicht nachhaltig ist; wir schützen nicht die Bedingungen, von denen das System abhängt. Die Zukunft der Biene wird - genau wie Wasser und Energie - über die Zukunft des Lebens der Menschen entscheiden.
Wir haben Einfluss darauf!
Trotz des Einsatzes von Pestiziden verlieren wir noch immer ein Drittel unserer Ernte. Das heißt: die Welt kann auch ohne Chemikalien ernährt werden! Jeder von uns hat die Möglichkeit, dem Verschwinden der Bienen Einhalt zu gebieten. Zum Beispiel durch den Kauf von Nahrungsmitteln, die ohne den Einsatz von Pestiziden hergestellt wurden. Weitere nützliche Tips und Infos finden Sie unter www.vanishingbees.com.AVA
George Langworthy und Maryam Henein
ca. 55 min
2010, USA
TiberiusFilm
DVD/ Blu-Ray veröffentlicht April 2014
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