Künstlerische Baummanipulation als Symbol natürlicher Vielfalt Der amerikanische Kunstprofessor Sam van Aken verwendet die alt bekannte Methode des Pfropfens um etwas völlig neues zu schaffen. Einen Baum, an dem bis zu vierzig verschiedene Früchte wachsen.
Für Sam van Aken wächst mit diesen Bäumen viel mehr als nur ein Kunstwerk, er schafft sich so seine ganz persönliche Verbindung zu seiner Vergangenheit und alter Familientradition.
Neue Inspiration aus alter Kultur
Aufgewachsen als Farmersohn verließ Sam van Aken mit achtzehn den elterlichen Hof, um in North Carolina Kunst zu studieren. Der heute 42-jährige leitet seit 2008 als Kunstprofessor den Fachbereich Skulptur an der Syracuse University, New York.
Mit dem Verlust des elterlichen Hofes aufgrund von Missernten fing er an zu begreifen, wie sehr seine Wurzeln in der nun verlorengegangenen Farmertradition seiner Familie verankert sind. Ihm fiel wieder ein, wie sein Großvater an einem eisigen Frühjahrsmorgen einmal einen herunter gefallenen Ast zurück an einen Pfirsichbaum pfropfte. In diesem Moment wusste er, wie er Kunst und Farm verbinden wollte: „Ich wollte etwas schaffen, das die Arbeit meiner Vorfahren widerspiegelt.“
Der Künstler begann, den von Natur aus unmöglichen Baum zu schaffen. Dieser Baum trägt unterschiedliche Früchte, wie Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen, Mirabellen…, bis zu 40 verschiedene und er erblüht mehrmals im Jahr in unterschiedlichen Farbtönen. Hierzu pfropft Sam van Aken die Zweige eines Jungbaumes in den ab- oder eingeschnittenen Stamm eines anderen Junggewächses. Das sogenannte Pfropfen ist eigentlich eine, bereits bei den Ägyptern bekannte, weltweit verbreitete Methode, um Pflanzen zu veredeln. Hierzu zählen Obstbäume, Weinstöcke oder Rosensträucher.
Ein Baum als Symbol für Vielfalt und Tradition
Der Baum der 40 Früchte wirkt wie ein künstlerisches Naturwesen, wie eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wie für eine Skulptur finden sich auch für dieses Kunstwerk immer wieder Liebhaber, die es erwerben. Der Künstler kümmert sich persönlich um die pflegeintensiven Bäume. Er pflanzt, pfropft, schneidet Äste und führt Buch über jeden einzelnen Baum.
Die Ernte ist vielfältig, voll bepackt mit alten, aromatischen Sorten. Die Früchte wachsen ohne Pestizide und künstlichen Dünger. Sie wirken nicht so wohlgeformt und perfekt, wie die Früchte aus dem Supermarkt. Aber sie wirken überzeugend, ursprünglich und ihr Geschmack ist natürlich und intensiv.
„Mein Baum wird die Welt nicht vom Hunger befreien, aber er kann zum Nachdenken anregen. Die meisten Geschäfte bieten nur noch zwei oder drei Sorten einer Frucht an. Der Baum ist eine Erinnerung an die Vielfalt die einst herrschte.“ An die dreißig seiner Bäume möchte er verkaufen, ein Angebot aus Dubai ist auch dabei. Doch ewig möchte er nicht der Baumtyp sein und auch nicht Geschäftsmann werden, am Ende sei er doch ein Künstler. Sam van Aken hat die Verbindung zu seinen Wurzeln gefunden. Auch wenn er loszog, um woanders Wurzeln zu schlagen, bleibt er und ein jeder mit den Seinen verwurzelt. CDC
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