
Wie gefährlich sind gentechnisch veränderte Nahrungsmittel wirklich? Wie groß ist der Einfluss von Biotech-Firmen auf Politik und Wissenschaft? Und nicht zu guter Letzt: Wie setzen sich Verbraucher mit dem Thema Gentechnik auseinander? Antworten dazu liefert der neue Dokumentarfilm Der Gen-Food Wahnsinn.
Der Regisseur Jeffrey M. Smith bezeichnet die Gentechnik im Originaltitel als „Genetic Roulette“. Und damit steht er nicht alleine. Einer der zahlreichen Wissenschaftler, die hier zu Wort kommen, bringt es auf den Punkt: „Niemand hat das Recht, den gesamten Genpool auf diesem Planeten wie im Glücksspiel durcheinander zu werfen“. Gentechnik ist keine exakte Wissenschaft, eher ein „submikroskopisches Sperrfeuer“ mit völlig unbekannten Nebenwirkungen bei Mensch und Tier. Im Laufe der Dokumentation wird ein überzeugender, gleichzeitig erschreckender Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gen-Food und dem Anstieg von Krankheiten, wie Allergien, Krebs, Autismus bis hin zu Fortpflanzungsstörungen und Unfruchtbarkeit hergestellt.
Welches Spiel wird hier gespielt und vor allem zu welchem Preis?
Der Film beleuchtet die unmoralischen und ausschließlich profitorientierten Interessen der Agrarkonzerne, allen voran Monsanto. Sie bestreiten die Gefahren ihrer Technologie, soll diese doch einmal die Weltbevölkerung ernähren. Durch systematische Einschüchterung von Wissenschaftlern und den gezielten Einsatz von Lobbyisten soll das Märchen aufrechterhalten werden. Spätestens nach der Aussage, dass es eineinhalb mal mehr Nahrung auf dem Planeten gibt, als die Weltbevölkerung braucht, wird klar, welches Spiel hier gespielt wird und vor allem zu welchem Preis.
Immer mehr Verbraucher in den USA meiden Gen-Food, beteiligen sich an Petitionen für eine Kennzeichnungspflicht und rufen zum Boykott gentechnisch veränderter Nahrungsmittel auf. Da vor allem Mütter 80 Prozent der Konsumgüter kaufen, macht diese Entwicklung auch im Hinblick auf die Gesundheit nachfolgender Generationen Mut.
Obwohl eine Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Lebensmittel in Europa besteht, müssen auch wir uns über mangelnde Sicherheitsprüfungen und unzureichende Studien zu Gen-Food Gedanken machen.
Das Fazit des Films ist eindeutig: „Was wir heute kaufen, bestimmt, was morgen produziert wird“. Wir entscheiden mit unserem Konsumverhalten, inwieweit sich die Produkte der Gentech-Branche durchsetzen.AVA
Jeffrey M. Smith
ca. 86 Min.
2012, USA
TiberiusFilm
DVD/ Blu-Ray veröffentlicht Januar 2014
Eine Gegenmeinung möchten wir Ihnen trotz alledem nicht vorenthalten:
Grüne Gentechnik: Zum Wohl der Menschheit und des Planeten
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