Die Gamescom und der atomare „Fallout“

Screenshot: Video Fallout4

Aus Anlass des Atomaren Filmfests in Berlin hier ein Rückblick auf die Gamescom, die weltweit größte Messe für Videospiele und dazugehörige Technik. Die Branche ist bekannt für ihre Innovationen und ihre fortschrittliche, zukunftsgewandte Mentalität, welche sich neben technischen Neuerungen unter Anderem auch in kreativen und teils erschreckend realistischen Zukunftszenarien niederschlägt.

 

So setzten sich auch große Spieleentwickler Studios mit aktuellen gesellschaftlichen, politischen sowie wirtschaftlichen Trends und Problemen auseinander und denken diese zu Konzepten weiter, die faszinieren und gleichzeitig auf mehr oder weniger subtile Art und Weise zu einem kritischen Auseinandersetzten mit aktuellen Problemen anregen.

 

Ein Beispiel ist das Spiel „Fallout“, von welchem letztes Jahr die 4. Fortsetzung erschien und welche sowohl von Fachpresse als auch Spielern gefeiert wurde. Im den 60er Jahren ist es zu einem verheerenden Atomkrieg gekommen, den nur wenige Menschen in Bunkern überlebten. Nun, im Jahr 2150, 200 Jahre nach dem Krieg, geht es daran die zerstörte und verseuchte Welt wieder aufzubauen und das eigene Überleben sowie das der Menschheit zu sichern. Soviel zum Setting. Der Spieler trifft auf eine veränderte Welt, in der sich die Natur so gut es geht an die neuen Gegebenheiten angepasst hat und erkundet die Ruinen der längst untergegangenen Gesellschaft. Es wirkt fast sarkastisch, wenn das Radio einen lustigen 50er Popsong über Atombomben spielt, während man auf ein nukleares Wasteland blickt.

 

Foto: Fabian Oehlschläger

In eine ganz andere Richtung geht in diesem Jahr die Spiele-Reihe „Deus Ex“. Sie ist ein gutes Beispiel für eine Dystopie. Durch fortschreitende Industrialisierung und immer bessere Innovationen auf dem Gebiet der Bionik sind im Jahr 2030 fast alle Menschen zu körperlich stark verbesserten Cyborgs geworden. Das Spiel greift tiefgehende Theorien des Transhumanismus auf und stellt Fragen nach dem Umgang des Menschen mit sich selbst als Spezies, seiner Umwelt und bietet sogar Lösungen an, welche allerdings oft mit einem faden moralischen Beigeschmack daherkommen.

 

Abseits der eigentlichen Ausstellungsprodukte hatten allerdings nur wenige Firmen wirkliche Konzepte zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit anzubieten. So kann man die Firma Plusserver, welche als einer der größten Anbieter für Server in ganz Europa gilt, als eine Ausnahme bezeichnen. Für über 17 Millionen Euro haben die Kölner das modernste Rechenzentrum Europas in Straßburg aus dem Boden gestampft und dabei in besonderem Maße auf dessen Umweltbilanz geachtet. So wurde unter Anderem ein innovatives Grundwasser-Kühlsystem genutzt, bei dem das kalte Grundwasser in den Kühlkreislauf eingeführt wird und somit ein Großteil der Energiekosten entfällt. Es sei anzumerken, dass das erwärmte Wasser mit Sauerstoff angereichert und unverschmutzt wieder in den Rhein geleitet wird, was sich positiv auf das dortige Biotop auswirkt. Ein weiterer Faktor für die gute Umweltbilanz des Rechenzentrums ist die Tatsache, dass Plusserver allgemein ausschließlich die umweltfreundlichsten und modernsten Geräte und Anlagen verwendet.

Dieser Aufwand wurde auch von unabhängiger Stelle belohnt: So erhielt das datadock den eco Award 2010 als das beste Rechenzentrum Europas.

 

Autoren: Fabian Oehlschläger und Jakob Göss

 

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