Die Gaslaterne- ein 200- jähriges Auslaufmodell

Gaslaternen in Dresden Foto: cc wikimedia Hutschi

Sie war stets ein sicherer Wegbereiter, doch in immer mehr Städten geht den gasbetriebenen Straßenlaternen nun das Licht aus.

Anfang April feiert sie ihr 200 jähriges Bestehen, die Gaslaterne. Wo genau das erste Exemplar aufbrannte, darüber streiten sich die potentiellen Kandidaten wie London oder Freiberg in Sachsen immer noch. Fest steht aber, dass sich ihr warmes, gelb- oranges Licht so großer Beliebtheit erfreute, dass sie sich zu jener Zeit schnell in ganz Europa und Nordamerika durchsetzen konnte.

Damals löste die Gaslaterne mit Erfolg die Öllampe im öffentlichen Raum ab. Heute muss sie selbst zurückstecken, gegen die Elektrolaternen, hat sie allein aus Kostengründen keine Chance. Auch in puncto Nachhaltigkeit kann die Gaslaterne nur verlieren. So weist sie eine weitaus schlechtere Energieausbeute auf als in etwa strombetriebene Exemplare und ist zudem wartungsintensiver. Auch die Lichtfarbe ist besonders für nachtaktive Insekten ein echter Alptraum. Die warme Farbe zieht sie regelrecht magisch an. Aufgrund der hohen Temperaturen der Glühbirne verbrennen viele oder verenden elendig, weil sie zwar einen Weg in die Lampe finden, jedoch keinen wieder hinaus. Studien haben gezeigt, dass an bloß einer Leuchtstelle pro Nacht bis zu 150 Insekten starben.

 

Lichtverschmutzung ist ein großes Problem

 

Der Lichtwinkel der Gaslaternen stellt für viele Tierarten ebenfalls eine Gefahr dar. Die sogenannte Lichtverschmutzung ist ein großes Problem. So wirkt sich die künstliche Erhellung der eigentlich dunklen Atmosphäre negativ auf den Tag- Nachtrhythmus der Organismen aus. Auch der Mensch ist betroffen, Studien haben gezeigt, dass durch die fehlende absolute Dunkelheit in der Nacht weniger Melantonin freigesetzt werden kann. Das Hormon Melantonin gilt als wichtiger Regulator zur Produktion von anderen Hormonen, die wiederum der Immunabwehr oder auch der Krebshemmung zu Gute kommen. Gewärtig neu aufgerüstete LED- Lampen weisen nicht nur eine bessere Energieausbeute auf, sondern können so installiert werden, dass der Lichtkegel der Laterne optimal ausgerichtet ist und die Laterne nur das erhellt, was ihrer eigentlichen Bestimmung gleich kommt, die Straße und nicht den Himmel. So schön und nostalgisch die Gaslaternen also erscheinen mögen, der Umwelt und auch uns Menschen kommt die Verdrängung der Gaslaterne nur zur Gute. JK

 

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