
„Nachhaltigkeit“ ist ein beliebter Begriff unter Politikern. Doch, wie ernst meinen es die Parteien mit Umwelt- und Klimaschutz, Energiewende und Erneuerbare Energien? Eine neue Infographik gibt nun zumindest Aufschluss darüber, wie oft Begriffe wie Nachhaltigkeit, Klimawandel und Biodiversität in den Wahlprogrammen zur anstehende Bundestagswahl Erwähnung finden.
Florian Schreckenbach, Gründer von nachhaltig-sein.info, analysierte die Wahlprogramme 2013 von CDU, SPD, FDP, Grüne, Linke und Piratenpartei, um zu sehen, wie die einzelnen Parteien sich zum Thema Nachhaltigkeit positionieren. Schreckenbach betont: „Es ist keine Analyse der vergangenen Aktivitäten. Nur das geschriebene Wort im Wahlprogramm zählt. Das Ziel der Analyse ist es nicht eine Wahlempfehlung abzugeben, sondern eine Transparenz bei den Wahlprogrammen hinsichtlich der Nachhaltigkeit herzustellen.“

Die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse
Die dominierenden „nachhaltigen“ Begriffe sind Energiewende und Erneuerbaren Energien neben Umwelt- und Klimaschutz. Wenig Beachtung finden hingegen Überfischung, Fleischkonsum, nachhaltige und alternative Mobilität sowie Plastik, obwohl gerade diese gravierende Auswirkungen auf die Natur haben.
Um die deutsche Wirtschaft hin zu nachhaltigen Produktionsweisen umzubauen, wollen sich alle Parteien für eine verbesserte Ressourceneffizienz einsetzen. Auch mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung, die Reduktion des Flächenverbrauches und die CO2-Reduktion bis 2020 um 30 Prozent als Klimaschutzziel ist den meisten Parteien wichtig. Wenig Beachtung finden hingegen die vollständige Internalisierung externer Effekte im Sinne eines „echten“ Preises – also nicht auf Kosten der Umwelt – und der Postwachstumsgedanke, schreibt Schreckenbach.
Er fordert: „Die neue Regierung muss […] zwingend eine Trendwende hin zu nachhaltigem Wirtschaften schaffen. Deshalb ist die Bundestagswahl so wichtig. Denn leben wir weiter so wie bisher, brauchen wir 2030 einen weiteren Planeten, um unseren Ressourcenverbrauch zu decken. Ein konsequentes Umdenken und das Setzen von ambitionierten und doch realistischen Nachhaltigkeitsziele und deren Umsetzung sind notwendig.“ JET
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