Fleischesser „fressen“ die Erde leer

Foto: flickr CC/Timo

Leer gefressen: „Wer Steak isst, killt einen Lemur auf Madagaskar, wer Hühnchen mag, rottet einen Papagei am Amazonas aus.“ So drastisch beschreibt Gidon Eshel den Zusammenhang zwischen dem menschlichen Fleischkonsum und dem Verlust an Tier- oder Pflanzenarten auf der Erde. Der Geophysiker kommentiert damit das Fazit einer neuen Studie von Kollegen an der Florida International University in Miami.

Für ihre im Fachblatt Science of the Total Environment veröffentlichte Studie hatten die Wissenschaftler mehrere so genannte Hotspots der Biodiversität vermessen. Das sind Regionen mit noch weitgehend intakter tierischer und pflanzlicher Artenvielfalt. Ihre Daten verglichen sie mit Erhebungen über Gebiete mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und Arealen, in denen zukünftig intensiv Ackerbau und Viehzucht betrieben werden soll. Fazit: Die 15 am meisten von einer solchen Änderung der Landnutzung betroffenen Gebiete des Planeten erstrecken sich über eine Fläche von 3 Millionen Quadratkilometern. „Das macht sehr vielen Arten den Garaus“, sagt Studienleiter Brian Machovina.

 

Nur noch 10 Prozent des Kalorienbedarf mit Fleisch decken

 

Mehrere andere Untersuchungen hatten bislang schon ergeben, dass Fauna und Flora der Erde derzeit mitten in der sechsten Phase einer Massenvernichtung stecken. Der Mensch jagt Tiere oder gräbt Pflanzen aus – um damit zu handeln, der Klimawandel greift in die Wanderungen großer Populationen ein, die ihrer Nahrung hinterher ziehen oder verändert deren Paarungsverhalten. Wetterextreme und Entwaldung zerstören Habitate oder machen sie unbrauchbar.

Die Wissenschaftler entdecken hinter all diesen Veränderungen als wichtigsten Treiber die menschliche Gier nach Fleisch!

Dessen Produktion ist weltweit immer noch steigend. Sie sicher rund 987 Millionen Menschen ein Einkommen. Dennoch ziehen die Experten aus ihren Analysen den Schluss, dass alle Menschen weniger Fleisch essen sollten, um den Artenreichtum zu bewahren. Ihr Vorschlag: Nur 1o Prozent des Kalorienbedarfs sollten die Menschen noch mit Fleisch decken.


pit

 

 

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