
Völlig losgelöst: Der japanische Künstler Azuma Makoto schickte ein kleines Bäumchen ins Weltall. Bei seiner Aktion „Exobiotanica“, die er mit Hilfe der von JP Aerospce über der Black Rock-Wüste von Nevada (USA) organisierte, schwebte ein Bonsai-Baum bis in knapp 30 Kilometer Höhe in den Orbit.
Makoto stammt aus Tokyo. Dort experimentiert der Künstler mit Pflanzen. Mit seinem Weltraumprojekt lässt er Gegenstände über uns schweben, die sonst fest verwurzelt im Boden unter unseren Füßen gründen. „Wurzeln, Erde und die Schwerkraft“, sagt er, „bestimmen und fördern diese Lebensform normalerweise.“ Antrieb für seine Aktion war die Frage, „was passiert, wenn wir das Leben von dieser Basis lösen, welch schöne Dinge können sich dann entwickeln?“
Leben an der Grenze: Blumen und ein Bäumchen schweben im All
Die Bedingungen im Weltraum sind wahrlich anders als auf der Erde. In 30 Kilometer Höhe herrscht klirrende Kälte: minus 50 Grad Celsius. Dorthin schwebten ein Blumenbouquet und eine kleine Pinie – bis an die Grenze des Lebens – „losgelöst von allen Bindungen auf der Erde...“, sagt Makoto.
In einen kleinen Stahlrahmen geschnallt, gingen Azuma Makotos Pflanzen auf die Reise ans Ende der Welt. Und sie entdeckten, dass selbst dort, wo nichts mehr zu sein scheint, der Himmel sich öffnet und plötzlich die Sicht frei gibt auf Milliarden anderer Sterne und Planeten. Der Blick nach unten zeigt, wie dünn die Atmosphäre um die Erde ist: zerbrechlich und angreifbar – und doch unser einziger Schutz gegen die lebensfeindliche Umwelt dort draußen im All.
Das Projekt lobte Nature: Die wissenschaftszeitschrift verewigte Makotos Aufnahmen als "Bilder des Monats".
pit
Wer sehen will, wo die "Fliegenden Blumen gelandet" sind, kann dies auf der Seite exobiotanica.com tun. Hier gibt es eine riesen Auswahl an Bildern mit genauen Höheneangaben und der jeweiligen Außentemperatur (z.B. in 25km Höhe -52°C). Gleichzeitig können die Bilder dort auch bestellt werden.

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