Friedensnobelpreis 2013 geht an Chemiewaffen-Kontrolleure

Einsatz von Chemiewaffen: US-Soldat überprüft Sprengkörper bei einer Übung mit chemischen Kampfmitteln, Foto: wikimedia commons/ Ken Hammond

Seit Wochen interessiert sich die Weltöffentlichkeit für sie: die Chemiewaffen-Kontrolleure der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). Das Norwegische Nobelpreis-Kommittee würdigt nun die langjährigen Bemühungen der OPCW, die weltweite Vernichtung von Chemiewaffen voranzubringen, und verleiht ihr den diesjährigen Friedensnobelpreis.

 

Seit 1997 überwacht die OPCW mit Sitz in Den Haag die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention, kontrolliert die Bestände ihrer Mitgliedsstaaten und beaufsichtigt die Vernichtung der Waffen. Auf Anweisung der Kontrolleure wurden in den letzten Jahren bereits achtzig Prozent der bekannten Vorräte vernichtet.

 

Momentan überwachen die Chemiewaffen-Kontrolleure in Syrien die Vernichtung der Chemiewaffen des Assad-Regimes. Noch in diesem Monat soll das vom Bürgerkrieg zerrüttete Land als 190. Mitglied der OPCW beitreten. Derzeit jüngstes OPCW-Mitglied ist Somalia, welches die Konvention erst Ende Juni 2013 unterzeichnete.

 

Das alte Problem mit den chemische Kampfstoffen

 

Leider ist der Einsatz von Chemiewaffen kein neues Problem, da sie bei kämpferischen Auseinandersetzungen in der Vergangenheit häufig genutzt wurden. Während der beiden Weltkriegen wurde Giftgas in großen Mengen eingesetzt und Millionen Menschen systematisch vergast. Im aktuellen Fall, dem Einsatz des Giftgases Sarin in Vororten der syrischen Hauptstadt Damaskus im August 2013, starben laut UN-Angaben 1.400 Menschen.

 

Die Entscheidung sei ganz im Sinne des Stifters Afred Nobel, erklärt das Nobelpreis-Kommittee. Nachdem der Preis schon mehrmals an Personen und Organisationen ging, die sich der atomare Abrüstung verschrieben haben, möchte das Komitee in diesem Jahr die Vernichtung von Chemiewaffen unterstützen. Leer aus ging u. a. der US-Whistleblower Edward Snowden und die hoch gehandelte Favoritin Malala Yousafzai, die sich in ihrer pakistanischen Heimat für die Rechte von Mädchen einsetzt.

 

JET

 

 

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