
Spielfilm der ganz besonderen Art: Am 9. Mai 2013 feierten „Schimpansen“ ihre Kinopremiere auf deutschen Leinwänden. Schauplatz: Der Tai-Nationalpark an der Elfenbeinküste. Schauspieler: Hauptdarsteller Oscar, seine Mutter, Alphamännchen Freddy und der Rest des Schimpansengroßfamilie.
700 Tage lang ging das Filmteam um die Regisseure Alastair Fothergill und Mark Linfield auf Tuchfühlung mit dem ganz normalen Alltag der Schimpansen im Regenwald: mit ihrer zähen „full-time job“-Futtersuche, dem genüsslichen Fressen unter Zuhilfenahme von Spezialwerkzeug, mit der strategisch ausgeklügelten Jagd auf andere Affen (denn wie wir sind auch Schimpansen keine Vegetarier) und dem kunstfertigen Bau ihrer Schlaflager in luftiger Höhe. Oscar genießt eine glückliche unbeschwerte Kindheit in der Obhut seiner liebevollen, fürsorglichen Mutter.
Bis sein Leben eines Tages völlig aus den Fugen gerät, als ein konkurrierender Schimpansentrupp über Freddys Klan hereinbricht. Oscars Mutter stirbt bei dem Angriff, was scheinbar auch ihren Sohn zum Tode verurteilt: Denn der ist in puncto selbstständige Ernährung noch völlig überfordert. Was dann passiert, lässt auch den fachkundigsten Schimpansenkennern den Atem stocken: Alphamännchen Freddy adoptiert Oscar kurzerhand als seinen Ziehsohn und rettete ihm so das Leben! „Adoptionen kommen bei Schimpansen immer wieder vor, aber eine solche Konstellation ist sehr ungewöhnlich“, zeigte sich selbst die berühmte Schimpansenforscherin Jane Goodall verblüfft.

Es lohnt sich- nicht nur für Kinder!
Die Nahaufnahmen der Schimpansen sind beeindruckend und berührend: Wer, der die Tiere beim „sich gegenseitig das Fell lausen“ erlebt hat, möchte noch an der ehrlichen Freundschaft unter den Klanmitgliedern zweifeln? Und jeder, der den eindeutig schuldbewussten Gesichtsausdruck eines der Affen gesehen hat, als dieser dem anderen seinen steinernen „Nussknacker“ klaut, wird nicht umhin kommen, das schlechte Gewissen des Diebes zu bestätigen. In diesen Momenten wird besonders deutlich, wie ähnlich uns die Tiere sind: mit ihren Gefühlen, Emotionen und ihrem strategischem Denken.
Wen das noch nicht überzeugt: Spätestens die zusätzlichen atemberaubenden Naturaufnahmen des Regenwaldes an der Elfenbeinküste machen den Film zu einem ganz besonderen Erlebnis. Fazit: Das Disney-Werk lohnt sich- nicht nur für Kinder.
Wer die 78 Minuten Schimpansenalltag verfolgt hat, versteht besser, weshalb Jane Goodall im Gespräch mit dem WWF betonte: „Ein solcher Film kann den Schimpansen durchaus helfen.“ Und Hilfe können die Primaten gut gebrauchen: Von Oskar und seinen Artgenossen leben nur noch rund 300.000 Tiere in freier Wildbahn. 1960 war es noch etwa eine Million. Ein Schlussakkord des beeindruckenden Werkes, der zum Nachdenken anregt. NISO
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