Klimawandel in Zahlen- „Do the Math“ movie

Foto: Wikimedia commons/Crux

Klimawandel nicht nur für Mathematiker: Heute, am 16. Mai 2013, feiert Bill Mc Kibben’s Film „Do the Math“ Weltpremiere.

 

Sein Ziel: Den Menschen die Dringlichkeit des Klimawandels vor Augen führen, denn: "Die Dramatik der Lage liegt vor allem auch darin, dass die meisten Menschen, von Schülern zu Universitätsprofessoren, die Fakten weder kennen noch die Dringlichkeit begreifen.“ So heißt es in einer Presseerklärung von WissenLeben e.V. Gemeinsam mit dem oekom e.V. wird der Verein den Film am 24. Juni 2013 im Münchner Zukunftssalon zeigen.

 

Und was hat das Ganze jetzt mit Mathematik zu tun? Starten wir doch einfach mal die Rechnung und kombinieren sie mit einer Zeitreise- an Zahlen dazu mangelt es im Drehbuch schließlich wahrlich nicht.

 

Eine ganz einfache Rechnung…

 

Los geht’s Mitte des 19. Jahrhunderts: Was verbinden Sie mit der Ziffernfolge 280? Das bekannteste Treibhausgas CO2 ist in unserer Atmosphäre rein mathematisch gesehen praktisch nicht vorhanden. Vor Beginn der Industrialisierung machte es gerade einmal einen Anteil von 0,028 Prozent aus. Das heißt, eine Millionen willkürlich ausgewählter Moleküle in der Atmosphäre enthalten im Schnitt 280 CO2-Teilchen (280 parts per million, ppm). So wenig- was macht das schon?

 

 

Foto: Wikimedia commons/Brudersohn

Zirka 160 Jahre später: Rein mathematisch gesehen gibt’s noch immer kaum CO2 in der Atmosphäre. Jetzt sind bei 0,0397 Prozent oder 397 ppm angekommen. Nicht der Rede wert? Leider doch- denn damit haben wir die magische Zahl 350 bereits weit überschritten. Ab dieser Konzentration ist eine signifikante Erwärmung unseres Planeten äußerst wahrscheinlich. Und richtig- bei genauerem Hinsehen stellen wir fest: Unsere Atmosphäre hat sich in den 160 Jahren bereits um satte 0,8 Grad Celsius (°C) erwärmt. Wenn es so weitergeht, wird das Erreichen von Schwellenwerten immer wahrscheinlicher, deren Folgen langfristig nicht mehr umkehrbar sind. Dies bezeichnet man als Kipp-Effekte.

 

Angekommen im Jahr 2050: Wie viel CO2 haben wir seit 2013 in die Atmosphäre geschleudert? Gut für uns, wenn es nicht mehr als 565 Gigatonnen waren. Doch leider ist in dieser Beziehung viel mehr möglich: Wir könnten auch das Fünffache verpulvern, wenn wir wollten. Denn nicht weniger als 2765 Gigatonnen potentiellen CO2s lagern unter der Erde- in Form von Kohle, Öl und Gas. Demzufolge müssten wir 80 Prozent der verfügbaren Energieträger einfach in Ruhe lassen- um unsere Erde noch irgendwie zu retten. Dass die Energiewirtschaft andere Interessen verfolgt, versteht sich von selbst. Und ganz ehrlich- tun wir es nicht auch? Wenn es immer der tollste, am weitesten entfernte Urlaubsort, Bananen aus Übersee oder selbst auf Kurzstrecken das Auto sein muss?

 

Reinschauen- und mitdiskutieren

 

Zurück in der Gegenwart: Was können wir tun? Können wir überhaupt etwas tun? Noch sind Kipp-Effekte vermeidbar- „aber nur, wenn jeder sofort drastisch die eigenen CO2-Emissionen reduziert- jeder Mensch, jeder Arbeitgeber, jede Schule, jede Uni, jede Stadt, jedes Land.“ So einfach- und doch so kompliziert. Ebenso wie die Mathematik und die magischen Zahlen des Klimawandels. „Dieser Film erklärt eindrücklich und motivierend, was diese Zahlen bedeuten. Trotz der Dringlichkeit unserer Lage strahlt der Film eine Begeisterung und einen Optimismus aus, der ansteckend ist", heißt es weiter in der Erklärung von WissenLeben e.V. Es lohnt sich also, reinzuschauen!

 

Sie können den Film in privater Runde, im Vereinskreis oder wo auch immer zeigen- oder machen Sie sich schlau, wo er in Ihrer Nähe von anderer Seite gezeigt wird. Herunterladen können Sie den Film hier- oder einfach mal auf Youtube vorbei schauen!

 

Nochmal zur Erinnerung: In München gibt’s diese Gelegenheit am 24. Juni- im Zukunftssalon am Goetheplatz. Der Eintritt ist frei- und anschließend sind Ihre Argumente in der Diskussion gefragt. Wir von global° werden in jedem Fall dabei sein! NISO

 

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Quelle: 350org

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