
Zwei Studentinnen aus Berlin lernten in Nepal die „Maya“-Schule kennen. Maya ist nepalesisch und bedeutet „Liebe“. Die beiden verliebten sich – in das Land, die Menschen und das Konzept der Schule. Die bietet Kindern auch armer Eltern die Chance, ohne Schulgeld dort zu lernen. global° erzählten Clara Banken und Dora Müller im Interview über die Zeit in Nepal, die Kinder und das Projekt.
Wie kommen zwei Studentinnen aus Berlin zu einer Nepal-Hilfsaktion?
Clara: Um ehrlich zu sein war für mich alles ein großer Zufall. Nach dem Abitur war ich auf der Suche nach Neuem. Nepal schien mir als das perfekte Land dafür. Ich kannte niemanden und wusste nichts über das Land. Ich suchte nach einem Projekt vor Ort, in dem ich arbeiten konnte und stieß auf die Maya Universe Academy (MUA). Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Der Plan war, für 7 Tage in der Schule zu leben und dann weiter zu reisen. Doch alles kam anders. Nach dem ersten Tag wusste ich , dass ich was ganz besonderes gefunden hatte. Ich blieb für fünf Monate und bin jetzt seid fast drei Jahren Teil der Bewegung.
Dora: Ich habe nach einer Schule in Nepal gesucht, in der ich mein Praktikum innerhalb meines Studiums absolvieren kann und bin auf die Maya School gestoßen. Als ich ankam, fühlte es sich sofort wie eine zweite Familie an. Ich habe mich sofort in die Menschen vor Ort und das Land verliebt. In der Schule wurde ich herzlich aufgenommen und leitete nach dem JÜL Prinzip die zwei jüngsten Klassen, gestaltete Kunstprojekte, half Teacher Trainings zu geben. Seitdem komme ich jedes Jahr ein- bis zweimal wieder, um den Fortschritt der Schule zu unterstützen. Seither bietet mir die Schule regelmäßig einen perfekten Ausgleich zu meinem Studium und dieses Jahr half ich beim Aufbau der dritten Schule mit erster Nursery und Kindergarten.
Was wollt Ihr GENAU dort machen?
Wir wollen den Kindern, die alles durch die Erdbeben verloren haben, die Chance auf eine gesicherte Zukunft mit Perspektiven geben.
Wie genau?
Mit Hilfe von Long Term Sponsorship/Patenschaften soll die Verpflegung und Versorgung neu aufgenommener Kinder an der MUA sichergestellt werden. Die Mindestversorgung mit Nahrung für ein Kind in Nepal beträgt 35 Dollar (31,28 Euro) im Monat für zweimal Dal Bhaat (Reis und Linsensuppe) für 50 Cent und einen Mittagssnack für 16,6 Cent täglich. Davon nicht erfasst sind Obst, Kleidung, Hygieneartikel.
Wer also hier in Deutschland nur einmal weniger Essen geht, kann ein Kind in Nepal für einen Monat ernähren.
Wen unterstützt Ihr damit und wodurch?
Wir unterstützen eine Jugendbewegung Nepals. MUA ist die erste Privatschule Nepals, welche Kindern in abgelegenen Gebieten kostenfreie Bildung ermöglicht. Wir möchten der Schule die finanziellen Mittel geben, um Kinder aufzunehmen, die durch das Erdbeben nicht nur ihr Haus, sondern auch ihre Familien verloren haben. Mit diesem einzigartigen Schulkonzept wird nicht nur einem Kind geholfen, sondern der ganzen Dorfgemeinschaft Wissen vermittelt. Indem wir Zugang zu Bildung geben, ermöglichen wir es auch einem Land, unabhängig zu werden - ganz nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe!
Nepal braucht Bildungspioniere, damit es wirklich unabhängig wird
Um die Zukunft Nepals langfristig zu verändern, braucht es junge Bildungspioniere in dem Land selbst. Mit einer Investition in diese Jugendbewegung unterstützen Sie das ganze Land nachhaltig, so dass Nepal irgendwann nicht mehr auf Hilfsorganisationen des globalen Nordens angewiesen ist.
Was unterscheidet Euer Engagement von all den anderen Hilfsprojekten?
Wir stehen mit Herzblut hinter unseren Projekt und glauben, dass es nach so einer großen Katastrophe wichtig ist, den Menschen langfristig eine gesicherte Zukunft zu bieten.
Sagen das nicht alle Hilfsorganisationen von sich?
Wir unterstützen nicht nur ein Hilfsprojekt, sondern eine ganze Bewegung, die daran glaubt, durch Bildung nepalesischer Kinder den unabhängigen Fortschritt des Landes voran zu bringen. Unser Projekt wird es auch noch Jahre nach dem Erdbeben geben, wenn die meisten Hilfsprojekte und Menschen über die Katastrophe vergessen haben.
Hat das Erdbeben Euer Engagement beflügelt?
So schrecklich das Erdbeben auch war, möchten wir den Kindern einen kleinen Hoffnungsschimmer geben. Neben einer hervorragenden Schulausbildung, wird ihnen eine neue Familie geschenkt. Dieses Konzept ist darauf ausgelegt, die Kinder bis zum Highschool-Abschluss zu begleiten. Nicht nur das Absitzen der Schulbank, sondern auch ein erfolgreicher Schulabschluss hat für die MUA oberste Priorität.
Ist das ein Prädikat der Schule?
Die Schule setzt in der Lücke des staatlichen Schulsystems an, um die Zahl erfolgreicher Absolventen zu steigern: In Nepal besuchen 2/3 aller Kinder eine staatliche Schule, 85 Prozent machen keinen Schulabschluss und 72 Prozent der übrigen bestehen nicht. Die einzige Chance, Nepal langfristig zu verändern, ist in die Bildung der Kinder zu investieren, da diese die Zukunft sind.
Wer steht hinter der MUA in Nepal?
Hinter MUA stand zu Beginn Manjil Rana, der das Glück hatte, in den USA zu studieren und zu leben. So sehr er das Leben dort auch genoss, war für ihn immer klar, eines Tages zurück nach Nepal zu kommen, um etwas Gutes für sein Land zu tun. Er hatte das Privileg auf eine gute Schule zu gehen und somit die Möglichkeit, seinen Träumen zu folgen. Als er sich mit seinem koreanischen Co-Founder Yoon entschied, zwei Monate in der ländlichen Region Nepals zu volunteeren, wurde ihnen klar, allen Kindern Nepals einen Zugang zu guter Bildung zu ermöglichen. Sie entschieden sich im selben Dorf eine Schule zu gründen. Alte Schulfreunde von Manjil kamen, um ihm zu helfen. Alles was sie zu Beginn hatten, war ein Zelt und eine Vision. Aus dieser Vision sind mittlerweile drei Schulen und ein internationales Team entstanden.
Wie kann ich von hier aus unterstützen?
1. Am einfachsten ist eine monatliche Übernahme einer Patenschaft oder sonstige Spende.
2. Mit dem Erwerb/Verkauf von handgemachten Produkten der Eltern der Schüler – etwa handgeschöpfte Notizbücher und Schmuck. Mit dem Verkauf versucht sich die Schule selbstständig zu finanzieren.
3. Wer Lust und Zeit hat, kann sich selbst vor Ort einen Überblick verschaffen und ist herzlich eingeladen die Schule zu besuchen und zu erleben.
Wer garantiert mir, dass die Hilfe ankommt?
Da wir hier in Deutschland ein sehr kleiner Verein sind, haben wir die Möglichkeit persönlich jederzeit für Fragen bereit zu stehen. Zudem sind wir so oft es geht selbst vor Ort und stehen im ständigen Kontakt mit dem gesamten Team der MUA. Jedem der eine Patenschaft übernimmt, schicken wir halbjährlich eine Bericht über das Projekt.
Was ist Eure Vision?
Unser Traum und Vision ist es, ein Land und eine ganze Generation zu unterstützen!
Was davon wollt Ihr bis wann verwirklichen?
Aktuell ist uns wichtig, so vielen Kindern wie möglich eine gesicherte Zukunft zu bieten. Die Schule kann ungefähr 50 neue Kinder aufnehmen. Dementsprechend suchen wir 50 Paten, die ein Kind für ihre komplette Schullaufbahn finanziell unterstützen. Mit Hilfe von Long Term Sponsorships soll die Verpflegung und Versorgung neu aufgenommener Kinder an der MUA sichergestellt werden. Natürlich sind auch Sofortspenden für Instandhaltungen immer herzlich willkommen! Wer mit uns Kontakt aufnehmen will, kann das per E-Mail machen: mayasponsorshipnepalgmail.com

Bankverbindung für Spenden:
Kontoinhaber:Baustelle Welt
Bank: Volksbank Freiburg eG
IBAN: DE11680900000033491603
BIC: GENODE61FR1
Bitte geben Sie bei der Überweisung auch den entsprechenden Betreff an: "EINMALSPENDE FÜR MAYA SCHULE" oder "PATENSCHAFT MAYA SCHULE" für regelmäßige Spenden.

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