
Car-Sharer schauen nach Rüsselsheim: Opel will ins Vermiet-Geschäft mit Privatwagen einsteigen. Laut einer neuen Studie der EBS Universität für Wirtschaft und Rechtgibt das dem Carsharing zusätzlichen Antrieb.
Immer mehr Menschen entdecken, dass ihr eigener Wagen meist nur am Straßenrand oder in der Garage parkt: im Durchschnitt 23 Stunden am Tag! Die Zeit könnten sie nutzen und mit dem Vehikel Geld verdienen, wenn sie andere damit fahren lassen. Viele aber fürchten noch immer den „Verlust an Freiheit und Flexibilität“, scheuen verdreckte oder verbeulte Karossen am Ende des Deals.
Opel schafft offene Miet-Plattform für alle Auto-Modelle
„Opel ist eine Traditionsmarke und kann Konsumenten Vertrauen in das Konzept des Peer2Peer Carsharings geben“, hoffen daher nun die Wissenschaftler der Business-School in Wiesbaden. Zudem habe die Autoschmiede mit ihren rund 16.000 Mitarbeitern „eine vielversprechende Ausgangsbasis an potenziellen Vermietern“. Die Wissenschaftler: „Das spannende an CarUnity ist, dass Opel eine Mobilitätsplattform kreiert, welche für Halter aller Fahrzeugmarken offen ist.“
Laut EBS Studie sind die Gründe, sich an privatem Carsharing zu beteiligen, vielfältig. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass für Vermieter neben monetären Anreizen auch die Möglichkeit, anderen Menschen Mobilität zu ermöglichen, wichtig ist. Außerdem ist ein gewisser Nachhaltigkeitsgedanke erkennbar, da das eigene Auto durch die Teilnahme am privaten Carsharing effizienter genutzt werden kann“, erläutert Mark-Philipp Wilhelms, Co-Autor der aktuellen Studie und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Konsumentenverhalten und Verkauf. Durch monetäre Anreize getriebene Anbieter lassen sich unterteilen in solche, die teilnehmen um Geld zu sparen und die Kosten des eigenen Autos zu senken, und solche, die durch die Teilnahme Geld dazuverdienen wollen, um beispielsweise eine bessere Ausstattung ihres Autos zu finanzieren. Besonders unter den Sparern gaben einige an, dass die Vermietung des eigenen Autos den weiteren Autobesitz erst ermöglicht und sie sich ansonsten von ihrem Auto getrennt hätten.
Günstiger Mietpreis für Autos lockt Kunden zu neuem Angebot
Die neue Plattformen vermietet alles, was nicht zu alt ist und nicht zu viele Kilometer auf dem Tacho aufweist. Mieter suchen sowohl die preiswerteste Mobilitätslösung als auch besondere Autos für spezielle Anlässe wie Cabrios, SUVs und Autos mit einer besonderen Ausstattung – ob ein starker Motor oder ein weißes Auto mit roten Ledersitzen für Hochzeiten. „Das zeigt, dass Mieter auf Peer2Peer Portalen nicht nur Mobilität suchen, sondern auch Erlebnisse – sei es ein Auto für einen besonderen Anlass oder um einfach Autos vor dem Kauf ausgiebig und ohne Händler zu testen“, erklärt Wilhelms.
Haben sich Autofahrer erst einmal zum privaten Carsharing entschieden, sind sie sehr angetan von dem Konzept. „Uns hat überrascht, dass Vermieter fast ausschließlich positive Erfahrungen im privaten Carsharing gesammelt haben, vor allem da Mietwagen klassischerweise eher stiefmütterlich behandelt werden“, so Wilhelms weiter.
Chance für Auto-Hersteller als Mobilitätsdienstleister
Für Autohersteller sieht Sven Henkel mit dem Einstieg in den privaten Carsharing Markt einen weiteren Ansatz, wie sie sich zu Mobilitätsdienstleistern wandeln können. „Opel hat mit CarUnity das Potenzial, Kundendaten zu sammeln, eine Community aufzubauen und noch wichtiger: Privatleute als Markenbotschafter zu gewinnen und Fahrer anderer Marken hinter das Opel-Steuer zu bekommen“, analysiert der Experte. „Um Peer2Peer Carsharing aus dem Nischendasein zu führen, ist es wichtig, den Nutzen für verschiedene Anbietertypen klar zu kommunizieren, denn die unterschiedlichen Anbietertypen stellen auch sehr unterschiedliche Autos zur Verfügung und schaffen damit vielfältige Mobilitätserlebnisse für die Nutzer.“
Für den Erfolg einer solchen Plattform sei folglich eine zielgruppenspezifische Positionierung zwingend notwendig.
red
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