Nachhaltige Trinkschokolade auf dem Vormarsch

Rohstoff (Kakao) und Genussmittel (Schokolade) Foto: pixelio.de/Timo Klostermeier

Geschichte der Trinkschokolade: Nachdem die Maya und Azteken das feine Heißgetränk entdeckten und die gemahlenen Kakaobohnen mit Wasser schaumig aufgegossen und zu feierlichen Anlässen genossen, dauerte es Jahrhunderte bis Christoph Kolumbus 1492 die braune Bohne mit nach Europa brachte. Die Spanier waren zunächst skeptisch, was das Genussmittel anbelangte. Für den "verwöhnten" europäischen Gaumen war er einfach zu bitter und zu scharf. Erst nachdem die Trinkschokolade mit Rohrzucker veredelt und der Pfeffer durch andere Gewürze wie Vanille und Zimt ersetzt wurde, konnte sich das Heißgetränk bei den Spaniern durchsetzen und wurde sogar später zu ihrem Nationalgetränk. Doch nicht jeder kam in den Genuss des schmackhaften Getränks. Bis ins 19. Jahrhundert war der Kakao den Adeligen und der bürgerlichen Oberschicht vorbehalten.

Als England das französische Handelsmonopol auf Kakao aufhob, wendete sich das Blatt und die Kakao-Wirtschaft konnte sich frei entwickeln. Viele kleine Kakaobohnen-Händler standen nun im Wettbewerb miteinander, wodurch sich der Preis senkte und der Kakao nun von breiteren Schichten konsumiert werden konnte.

Heute hat sich der Schokoladenkonsum in der ganzen Welt durchgesetzt und ist für jedermann erschwinglich. Doch meistens ist der Preis so niedrig, dass die Kakaobauern von ihrem Erwirtschafteten kaum leben können (Quelle).

 

Entwicklung der Nachhaltigkeit im Kakao-Handel

 

Diese Nachhaltigkeitsproblematik wurde in den 80er Jahren von den grünen Parteien aufgegriffen. Man wies darauf hin, dass der internationale Kakaobohnen-Handel weder in ökologischer, ökonomischer noch sozialer Hinsicht nachhaltig sei. Er fördere mit seinen zahlreichen Zwischenhändlern die Unterbezahlung der Kakaobauern und deren Mitarbeiter sowie die Kinderarbeit auf den Plantagen.

Anfänglich konnte man nur im Eine-Welt-Laden nachhaltig produzierte Ware erwerben. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts hat sich der Handel mit nachhaltig erzeugten Produkten jedoch stark erhöht. Große Konzerne, darunter die weltweit größte Kaffeehaus-Kette, haben ihr Sortiment auf Produkte aus dem Fairen Handel umgestellt. Auch der B2B Bereich der Tchibo Gmbh, der Tchibo Coffee Service, bietet Trinkschokolade aus fairem Handel an.

Das FAIRTRADE–Siegel steht für Fairen Handel, der die Verbesserungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kleinbauern aus den Anbauländern zum Ziel hat. Dies beinhaltet insbesondere die Zahlung eines Mindestpreises für die Kleinbauern und einer Prämie zur Verwendung in Gemeinschaftsprojekten Mittels verschiedener Kriterien wie beispielsweise langfristige Lieferbeziehungen, faire Preise, die über dem Weltmarktpreis liegen und ökologische Standards wird der Faire Handel gemessen. Dadurch soll die Lebenssituation der Kakao-Kleinbauern verbessert werden. Ein regelmäßiger Lohn und der nachhaltige Anbau soll die Zukunft der Kinder sichern.

 

Fair-Trade-Trinkschokolade im Trend

 

Nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Umdenken ist nicht mehr von der Hand zu weisen. In der Otto Group Trend Studie von 2009 gaben mehr als die Hälfte der Verbraucher an, in Zukunft noch stärker ethisch konsumieren zu wollen. Seit 2004 hat sich der Absatz von Fairtrade-Produkten vervierfacht, dabei wurde der höchste Umsatz mit Kaffee, Tee und Trinkschokolade gemacht. Im Jahre 2009 wurden allein 238 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee in über 15.000 Coffee-Bars, Bäckerei- und Konditoreifilialen, Kantinen und anderen gastronomischen Betrieben verkauft.

 

Genuss zum Trinken: Schokolade Foto: pixelio.de/Timo Klostermeier

Bei vielen Gastronomen, Bäckereien und Kaffeeküchen wird das Thema meist noch recht stiefmütterlich behandelt. Die Kosten wären zu hoch, man habe keine Zeit sich zu informieren, so der Tenor. Doch muss man bedenken, dass Fairtrade-Produkte bei Stiftung Warentest oder Ökotest Spitzenplätze einnehmen und daher der etwas höhere Preis des Produktes allemal gerechtfertigt ist. Außerdem kann man sich als gastronomischer Betrieb von der Konkurrenz abheben und dem Aufwärtstrend des ethischen Konsums Rechnung tragen. Auch werden immer wieder Messen wie die FA!R (inklusive Verkostungen) angeboten, um sich aus der Vielfalt der Fairtrade-Produkte die für den Betrieb passenden auszusuchen.

Autor: Meicel Neugebauer

 

 

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