
Das Rote Kreuz verteilt Lebensmittel- nicht etwa in Syrien, sondern in Spanien! Die Situation in Europa sei so schlimm wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, zeigte sich Yves Daccord, der Generaldirektor des Internationalen Roten Kreuzes, von der Lage alarmiert.
33 Millionen Kilogramm Lebensmittelspenden kamen im Jahr 2012 3 Millionen Menschen im Mittelmeerstaat zugute. Weitere 21.500 Menschen erhalten finanzielle Unterstützung für den Begleich ihrer Mieten, Strom- und Wasserrechnungen. Und auch die Griechen sind schwer gebeutelt: Die Lebensgrundlage einer wachsenden Anzahl von Bürgern basiert auf gespendetem Essen und der Inanspruchnahme von Suppenküchen. Rund zwei Drittel aller nationalen Rot-Kreuz-Gemeinschaften der EU sind mittlerweile mit der Verteilung von Lebensmitteln betraut.
Armut macht sich inzwischen auch den wohlhabenderen Regionen Europas breit, so zum Beispiel in der Metropole Mailand. Von absoluter Armut sind nach Informationen des Roten Kreuzes vor allem Kinder, Jugendliche, Migranten und Flüchtlinge betroffen.
Situation auch in Deutschland schwierig
In Deutschland ist das Rote Kreuz zwar nicht direkt als Lebensmittelspender aktiv. Doch an Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, mangelt es wahrlich nicht. „In ganz Deutschland nehmen 1,5 Millionen Bürger die Hilfe von 900 Tafeln in Anspruch“, berichtet Udo Engelhardt vom Landesverband der Tafeln. In Meßkirch zählt ein DRK-Tafelladen 74 Bedürftige zu seinen Kunden. Bitterer Beigeschmack: Darunter sind längst nicht „nur“ Arbeitslose, sondern auch etliche Alleinerziehende und Pensionäre mit einer zu kleinen Rente.
„Unser Anliegen ist es nicht nur, Bedürftigen schnell und effizient zu helfen, sondern wir fordern auch politische Konzepte, die armen Menschen eine Perspektive geben und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen“, sagte Anke Assig vom Bundesverband Deutscher Tafeln. Das sei schon in Deutschland mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote schwierig- „in Spanien möchte ich es mir gar nicht vorstellen“, so Assig im Gespräch mit der Mallorcazeitung.
Nicht nur, dass die Bundesregierung versucht hat, den Armutsbericht des eigenen Landes zu schönen- ausgerechnet jetzt plädiert sie auch noch für die Abschaffung des EU-Sozialfonds für Lebensmittelhilfe. Diese müsse jedoch gewährleistet sein, so Assig- ob nun in Deutschland oder im schwer geplagten Spanien. NISO
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