
Soziales Supermarkt-Konzept in London: Bis zu 70 Prozent sparen die Kunden im neuen social supermarket der britischen Hauptstadt. Kaufen können Mitglieder der Community. Voraussetzung: Sie sind arbeitslos oder leben von staatlicher Unterstützung.
Neue Supermarkt-Ideen, die etwa den Berg an Lebensmittel-Müll abtragen helfen wollen, gibt es inzwischen einige: Frankreich verbot jüngst den Händlern, abgelaufene Waren einfach in der Tonne zu entsorgen. In Berlin verkaufen Läden inzwischen erfolgreich Gemüse mit Makel. Foodsharing-Projekte spezialisieren sich auf den Tausch nicht gebrauchter Lebensmittel. In Japan organisieren Aktivisten Partys, auf denen ein Spitzenkoch aus allerlei mitgebrachten Lebensmitteln der Gäste Feinschmecker-Menüs zubereitet.
Gegen Verschwendung und zugleich Hilfe für Bedürftige
Londons konservativer Rathauschef Boris Johnson besuchte jetzt den neuen social supermarket. In dem Laden gibt es alle Waren fürs täglichen Leben – zu wirklich bezahlbaren Preisen. Hintergrund: Die Initiatoren des Projekts verbinden ihren Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung zugleich mit ihrem Einsatz für bedürftigen Mitmenschen und greifen so diesen Mitmenschen gleich doppelt unter die Arme.
Kunden müssen Mitglied eines Vereins sein und belegen, dass sie Unterstützung brauchen oder von öffentlicher Hilfe leben, weil sie etwa keinen Job haben oder krank sind. Dann können sie im social supermarket einkaufen gehen. Die Waren dort sind im ordentlichen Handel nicht verkäuflich. Nicht, weil sie schlecht sind. Aber sie haben etwa Fehler im Etikett oder ihr Haltbarkeitsdatum droht abzulaufen.
Social Supermarket-Verein hilft zugleich, das Leben besser zu meistern
Zugleich biete der Verein seinen Mitglieder Lebenshilfe an. Er lehrt sie in Kochkursen Köstlichkeiten aus den Lebensmitteln zu zaubern und gesund zu essen. Er unterstützt sie beim schreiben von Bewerbungen oder bereitet sie auf Vorstellungsgespräche vor. Zudem organisiert der Verein Kurse, in denen die Mitglieder lernen, wie sie mit schmalem Haushaltsgeld überleben können.
Um dies alles vernünftig anzubieten, hat der Verein seine Mitgliederzahl auf 750 begrenzt. Wollen mehr Menschen mitmachen, soll sich in einem neuen Viertel eine nächste Initiative dieser Aufgabe widmen. So kann die Idee sich über die ganze Stadt und das Land ausbreiten.
pit
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