
Sie waren Versuchskaninchen, atomarer Strahlung wehrlos ausgesetzt – Bewohner der Marshall Inseln im Pazifik! Es war der größte oberirdische Atomtest, den die USA durchführten, 1000-fach stärker als die Hiroshima-Bombe: die Zündung der Wasserstoffbombe Bravo 1954 auf dem Bikini-Atoll. „Die Idee eine Wasserstoffbombe im Paradies zu zünden, ist eine symbolische Metapher für das, was wir mit der Erde gemacht haben“, sagt Regisseur Adam Jonas Horowitz. Sein Film „Nuclear Savage“ zeigt auf bedrückende Weise, wie die amerikanische Regierung radioaktive Auswirkungen an Menschen testete, ohne Rücksicht auf deren Leiden.
Über 60 Atomtests ließen die USA im Pazifik durchführen. Gesundheitliche Schäden bei den Bewohnern? – für Forschungszwecke sehr interessant, denn „obwohl sie nicht zivilisiert leben, sind sie uns ähnlicher als Mäuse“ erklärte Dr. Merrill Eisenbud, führender Wissenschaftler von der Atomic Energy Commission (AEC) auf einem AEC-Treffen 1956 in New York.
Henry Kissinger, nationaler Sicherheitsberater im weißen Haus formulierte es ähnlich: „Da draußen leben doch nur 90 000 Menschen. Wer schert sich nen Dreck drum?“
Erst dieses Jahr veröffentlichten die amerikanischen Behörden Dokumente, die das wahre Ausmaß der Atomtests offenlegt: 49 Wasserstoffbomben mit einer Sprengkraft von 3.200-Hirsohima-Bomben wurden im Pazifik gezündet!
„Nuclear Savage: The Island of Secret Projekt 4.1“ ist eine monumentale Anklage gegen die damalige US-Regierung, die Inselbevölkerung als Versuchskaninchen missbraucht zu haben. Das Uranium Film Festival zeigt den mehrfach preisgekrönten Film erstmals in Deutschland: Am Sonntag, dem 29. September 2013 im Münchner Rio Filmpalast. Beginn 18 Uhr; im Anschluss können die Zuschauer mit Regisseur Adam Jonas Horowitz sprechen.
Uranium Film Festival bricht mit Tabuthemen!

Das Uranium Film Festival macht es sich seit 2011 zur Aufgabe filmisch über nukleare Katastrophen, Verbrechen und Risiken aufzuklären. Die Organisatoren des Festivals zeigen Filme, die kommerzielle Kinos und Fernsehsender nicht ausstrahlen! Erster Stopp der diesjährigen Deutschland-Tournee ist München. Vom 26. September bis zum 29. September gibt es im Rio Filmpalast und im Werkstattkino 44 Filme rund um das Thema Atomenergie zu sehen.
Für jeden Film-Typ ist was dabei: Dokumentar-, Spiel-, Experimental- und Trickfilme, neue Komödien und ScienceFiktion–Filme beleuchten verschiedenste Facetten der Atomkette: Vom toxischen Erbe ehemaligen Uranbergbaus in New Mexico (Tailings), von Vertuschungen in Fukushima (Women of Fukushima), von dem französischen Energieriesen Areva und dem Krieg in Mali (Atomic Afrika) und von NATO-Uranmunition und den schrecklichen Langzeitfolgen im Irak (Todesstaub – die verstrahlten Kinder von Basra).
Eine Übersicht über alle Filme gibt’s hier auf global°!
CFE
Lesen Sie auch
Uranium Film Festival 2013 in München
„Anti-Atom-Bewegung ging leider nicht ins Kino“; Interview mit Veranstalter Suchanek
Yellow Cake – Die Lüge von der sauberen Energie
465458 from adam horowitz on Vimeo.

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC
Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels
Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha
Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...
Foto: Pressenza (CC BY 4.0)
Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm
Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...

Screenshot: gunther-moll.de
Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...