
Das ist ein Ergebnis des „Berichts über die menschliche Entwicklung 2014“ zum Thema „Anfälligkeit und Widerstandskraft“, der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Tokio vorgestellt wurde. Der Bericht mit dem Titel „Den menschlichen Fortschritt dauerhaft sichern: Anfälligkeit verringern, Widerstandskraft stärken“ bietet eine neue Perspektive auf das Problem der Vulnerabilität und schlägt Wege zur Stärkung der Widerstandskraft vor.
Laut Bericht müssen 1,2 Milliarden Menschen ihren Lebensunterhalt mit 1,25 US-Dollar oder weniger pro Tag bestreiten. Fast 1,5 Milliarden Menschen in 91 Entwicklungsländern sind von gleichzeitigem Mangel in Bezug auf Gesundheit, Bildung und Lebensstandard betroffen.
„Durch die Verringerung von Anfälligkeiten können alle Menschen am Entwicklungsfortschritt teilhaben, und die menschliche Entwicklung wird zunehmend ausgewogener und nachhaltiger werden“, erklärt Helen Clark, die Administratorin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen.
Der Bericht führt auch das Konzept der Verwundbarkeiten im Laufe des Lebens ein – also die besonders neuralgischen Phasen im Leben, in denen Schocks größere negative Auswirkungen haben können. Dazu zählen die ersten 1.000 Lebenstage und die Übergänge von der Schule in den Beruf sowie vom Beruf in den Ruhestand. Beispielsweise wurde in einer Studie gezeigt, dass arme Kinder in Ecuador bereits im Alter von sechs Jahren Nachteile hinsichtlich ihres Wortschatzes haben. Frühzeitige Investitionen in die frühkindliche Entwicklung sind deshalb dem Bericht zufolge besonders wichtig.

Auch plädiert der Bericht für die universelle Bereitstellung einer sozialen Grundversorgung zur Stärkung der Widerstandskraft und widerspricht der Vorstellung, dass dies nur für reiche Länder erschwinglich ist. Gleichzeitig fordert er die Regierungen auf, sich wieder das Ziel der Vollbeschäftigung zu eigen zu machen, ein Kernelement der makroökonomischen Politik der 1950er und 1960er Jahre.
Im statistischen Teil ist auch wieder die Rangfolgen aller Länder nach dem Human Development Index (HDI) zu finden. Deutschland liegt hiernach unverändert auf dem sechsten Platz, vor Neuseeland. Wie schon 2013 rangieren Norwegen, Australien, die Schweiz, die Niederlande und die USA vor Deutschland. Die hinteren Plätze belegen unverändert afrikanische Staaten.
Den Bericht gibt es auf der Seite der Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.
hjo
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