Der vermehrte Verzehr von Waldtieren in Afrika hat weitreichende ökologische Folgen. Wissenschaftler der Goethe Universität Frankfurt haben in einer gemeinsamen Studie mit der Universität Manchester (GB), Fernerkundungsexperten der Universität Würzburg und Naturschutzpraktikern vom WWF Deutschland festgestellt, dass durch die Kommerzialisierung des Buschfleischhandels der Tierbestand deutlich abnimmt.
Ein Teil der Tierbestände ist bereits verschwunden und mit ihnen der Wald. Eine von den Forschern erstellte Karte soll die nachhaltige Regionalplanung unterstützen.
Mit den Waldtieren verschwindet der Wald
In West- und Zentralafrika werden seit etwa 25 Jahren Tiere nicht nur zum Eigenverzehr gejagt. Der Handel mit sogenanntem Bushmeat in die mehrere hundert Kilometer entfernten Ballungszentren hat enorm zugenommen. Bei den gejagten, verkauften und vom Menschen verzehrten Tieren handelt es sich meist um Säugetiere, aber auch Reptilien und Vögel werden feilgeboten.
„Für ein Viertel der Gesamtfläche errechneten wir einen eher niedrigen Jagddruck“, erklärt Prof. Bruno Streit vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität. „39 Prozent der Fläche des Kongo-Waldbeckens lässt aber einen starken bis sehr starken Jagddruck erkennen. Es sind dies vor allem Gebiete mit einer hohen Dichte an Verkehrswegen, innerhalb deren sich zuweilen auch Schutzgebiete eingebettet finden“, fährt Stefan Ziegler vom WWF fort. So liegen auch der international bekannte Virunga-Nationalpark und der Okapi-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo in solchen Arealen.
Für die Landbevölkerung sind diese Tiere vielerorts die einzige preiswerte und praktisch verfügbare Quelle tierischen Eiweißes. Doch genau dieser legale, über den Eigenbedarf hinausgehende Handel und Verzehr hat letztendlich so
weitreichende ökologische Folgen , welche die Existenz gerade der Landbewohner gefährdet. Denn das allmähliche verschwinden der Pflanzen fressenden Tiere, die als Samenträger fungieren, führt langfristig auch zum entschwinden der Wälder, dem sogenannten „Empty Forest Syndrom“.
Karte zur Druckentlastung und Wildereibekämpfung
Die von den Forschern erstellte Karte könnte zur nachhaltigen Regionalplanung dienen. Hierzu gehört, dass zum Beispiel Straßenführungen keine wildreichen Gebiete zerschneiden. Weiterhin identifiziert die Karte gerade die Standorte, an denen der potenzielle Jagddruck besonders hoch ist. Auf diese markanten Punkte kann dann die Wildereibekämpfung ein besonderes Augenmerk richten. CDC
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