Afrikanische Waldtiere unter enormem Jagddruck

Buschfleisch am Straßenrand: Grasnager, Riesenhamsterratte, Rotflankenducker Foto:Wikiseal (CC Wikimedia)

Der vermehrte Verzehr von Waldtieren in Afrika hat weitreichende ökologische Folgen. Wissenschaftler der Goethe Universität Frankfurt haben in einer gemeinsamen Studie mit der Universität Manchester (GB), Fernerkundungsexperten der Universität Würzburg und Naturschutzpraktikern vom WWF Deutschland festgestellt, dass durch die Kommerzialisierung des Buschfleischhandels der Tierbestand deutlich abnimmt.

Ein Teil der Tierbestände ist bereits verschwunden und mit ihnen der Wald. Eine von den Forschern erstellte Karte soll die nachhaltige Regionalplanung unterstützen.

 

Mit den Waldtieren verschwindet der Wald

 

In West- und Zentralafrika werden seit etwa 25 Jahren Tiere nicht nur zum Eigenverzehr gejagt. Der Handel mit sogenanntem Bushmeat in die mehrere hundert Kilometer entfernten Ballungszentren hat enorm zugenommen. Bei den gejagten, verkauften und vom Menschen verzehrten Tieren handelt es sich meist um Säugetiere, aber auch Reptilien und Vögel werden feilgeboten.

„Für ein Viertel der Gesamtfläche errechneten wir einen eher niedrigen Jagddruck“, erklärt Prof. Bruno Streit vom Institut für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität. „39 Prozent der Fläche des Kongo-Waldbeckens lässt aber einen starken bis sehr starken Jagddruck erkennen. Es sind dies vor allem Gebiete mit einer hohen Dichte an Verkehrswegen, innerhalb deren sich zuweilen auch Schutzgebiete eingebettet finden“, fährt Stefan Ziegler vom WWF fort. So liegen auch der international bekannte Virunga-Nationalpark und der Okapi-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo in solchen Arealen.

Für die Landbevölkerung sind diese Tiere vielerorts die einzige preiswerte und praktisch verfügbare Quelle tierischen Eiweißes. Doch genau dieser legale, über den Eigenbedarf hinausgehende Handel und Verzehr hat letztendlich so

weitreichende ökologische Folgen , welche die Existenz gerade der Landbewohner gefährdet. Denn das allmähliche verschwinden der Pflanzen fressenden Tiere, die als Samenträger fungieren, führt langfristig auch zum entschwinden der Wälder, dem sogenannten „Empty Forest Syndrom“.

 

Karte zur Druckentlastung und Wildereibekämpfung

 

Die von den Forschern erstellte Karte könnte zur nachhaltigen Regionalplanung dienen. Hierzu gehört, dass zum Beispiel Straßenführungen keine wildreichen Gebiete zerschneiden. Weiterhin identifiziert die Karte gerade die Standorte, an denen der potenzielle Jagddruck besonders hoch ist. Auf diese markanten Punkte kann dann die Wildereibekämpfung ein besonderes Augenmerk richten. CDC

 

Lesen Sie auch:

 

Fallensteller dezimieren Afrikas Tierwelt

Bedrohte Hüpfer: Kängurus in Australien gefährdet

Jagd: Keine Schonzeit mehr für Füchse?

 

 

 

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: