Aldi gibt im Plastiktüten-Streit mit DUH nach

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Erfolg für die Deutsche Umwelthilfe (DUH): Aldi Nord und Aldi Süd verzichten darauf, ihre „biologisch abbaubaren“ Bioplastiktüten als „100 Prozent kompostierbar“ zu bewerben. Beide Händler unterzeichneten Unterlassungserklärungen, zieht die DUH einen vorläufigen Schlussstrich unter ihre Kritik an den Aldi-Tragetaschen.

Die Erklärung untersagt Aldi die Behauptung, dass die Tragetaschen „nach neuesten Umweltrichtlinien soweit wie möglich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt“ werden. Aus dem Sortiment genommen hatten die Händler ihre Tüten bereits vergangene Woche, nachdem die DUH auf die irreführende Werbung für Tragetaschen aus biologisch abbaubarem Bioplastik hingewiesen und die Handelsketten Aldi Nord und Süd sowie Rewe wegen Verbrauchertäuschung abgemahnt hatte.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch hatte moniert: „Die als ‚kompostierbar‘ beworbene Wegwerftüte aus Bioplastik ist keine umweltfreundliche Alternative zu anderen Plastiktüten.“ Nach Recherchen der DUH unter über 80 deutschen Kompostwerken geben 98 Prozent der Kompostierungsanlagen an, keine Biokunststoffe zu kompostieren. „In der Regel“, so die DUH, „werden Bioplastiktüten dort gemeinsam mit anderen Plastikfolien als Störstoffe aussortiert und anschließend entsorgt.“

Für eine Eigenkompostierung sind die zu „100% kompostierbaren“ Tüten nach Herstelleraussagen nicht vorgesehen, betont die DUH. Im Gegensatz zu Aldi erklärte sich Rewe bislang nicht bereit, die irreführenden Behauptungen zu unterlassen. Die DUH sagt zum Streit: „Bislang hat das Unternehmen in einer Pressemitteilung lediglich angekündigt, den Verkauf der als ,biologisch abbaubar’ bezeichneten Plastiktüten vorübergehend auszusetzen.“ Die Frist für die Unterlassungserklärung läuft am Donnerstag (26. April) ab. Falls Rewe keine Erklärung abgebe, so die DUH, will der Umweltverband „gerichtliche Schritte einleiten“.

 

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