
Der Ausbau von Fischfarmen führt zur Verarmung der Weltmeere. Die ständig wachsende Weltbevölkerung hungert nach Fisch. Um ihren unbändigen Appetit billig zu stillen, werden beliebte Fische wie Tunfische, Dorsche und Lachse in großen Aquakulturen gezüchtet. 2011 wurden weltweit insgesamt 154 Millionen Tonnen Fisch industriell verarbeitet, über 40 Prozent davon stammten aus Fischfarmen. Eine Zahl die in den letzten 25 Jahren kontinuierlich angestiegen ist. Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, weil es die natürlichen Bestände schützt und vor dem Aussterben bewahrt, ist auf den zweiten Blick gar nicht mehr so unproblematisch.
„Der Anstieg der Fischfarmen ist ein doppelschneidiges Schwert“, sagt Danielle Nierenberg, Co-Autorin einer neuen Worldwatch Studie. „Abgesehen vom Potential eine ständig wachsende Weltbevölkerung auf erschwingliche Weise zu ernähren, verursachen Aquakulturen enorme Probleme. Sie zerstören Ökosysteme, Verschmutzen die Umwelt, schleppen exotischen Spezies und Krankheiten ein tragen zur Auszehrung der freilebenden Fischpopulationen bei.“
Farmfische fressen Meerestieren das Essen weg
Denn auch die Fische in den Auquakulturen haben Hunger und so kommt es, dass neben den beliebten Speisefischen auch zunehmend kleine Beutefische, wie Sardinien oder Anchovis aus dem Meer geholt werden. 90 Prozent dieser Fische landen als Fischfutter in den Aquakulturen und fehlen dann als Grundlage im ozeanischen Nahrungsnetz. „Beutefische spielen eine entscheidende Rolle im marinen Nahrungsnetz. Sie fressen Plankton und transferieren dadurch Energie zu den marinen Säugetieren, Vögeln und größeren Fischen“, resümiert ein US Report in dem Wissenschaftler mehrerer Institute den weltweiten Zustand der Beutefisch-Populationen untersucht haben. Laut dem Bericht wäre es nicht nur ökologisch sondern auch wirtschaftlich sinnvoller, größere Mengen von Beutefischen als Nahrungsgrundlage im Meer zu belassen: „Der globale Wert von Beutefischen die im Meer bleiben würden, ist mit 11,3 Milliarden Dollar doppelt so hoch, wie der Wert des kommerziell genutzten Fischs, der nur bei 5,6 Milliarden Dollar liegt“.
Wirtschaftsfaktor Fischerei
Trotz dieses Wertes und dem bedrohlichen Zustand in dem sich die Fischpopulationen weltweit befinden, hat das Pacific Fishery Management Council die Menge an Sardellen die gefischt werden darf erst kürzlich wieder verdoppelt. „Das ist ein klarer Fall für den Sieg von kurzfristigen ökonomischen Gewinnen auf Kosten des Ökosystemes und der lokalen Fischer“, kommentiert Geoff Shester von der Nonprofit Organisation Oceana den Beschluss gegenüber emagazine.
Laut Worldwatch sind momentan zehn bis zwölf Prozent der Weltbevölkerung direkt oder indirekt im Fischereisektor beschäftigt oder davon abhängig.
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