Auf, auf - Weltrat für Biodiversität handle!

Foto: IPBES

Der internationale Weltrat für biologische Vielfalt tagte letzte Woche in Bonn. Der WWF nennt die Einrichtung des Beratergremiums essentiell, aber kritisiert seine langsame Gangart.

 

Die Zeit drängt. Gegen den andauernden Raubbau an der Natur muss eingeschritten werden. Laut WWF benötigt die Menschheit, sollte nicht umgesteuert werden, bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Der „Living Planet Report“ des WWF nennt Umweltkatastrophen, Lebensraumzerstörung, Artenschwund und Wasserknappheit als dramatische Folgen dieser Entwicklung.

 

Deswegen sei ein schnelles Handeln und Umdenken dringend nötig.

Nach Günter Mitlacher, Leiter der Abteilung Biologische Vielfalt beim WWF wurde der Internationale Rat für biologische Vielfalt als politisches Instrument missbraucht und blockierte sich selbst, indem die Personalpolitik die inhaltlichen Diskussion überlagerte.

Erst am letzten Tag einigten sich die Regierungen auf einen Vorsitzenden. Mitlacher berichtet: „Es wurden hochqualifizierte Kandidaten aus Malaysia und aus Großbritannien für den Vorsitz nominiert und nach langem unwürdigem Gezerre einigte man sich auf Professor Abdul Hamid Zakri aus Malaysia“.

 

Der Gesundheitszustand der Welt ist kritisch

 

Zudem fordert Mitlacher den internationalen Rat für Biodiversität auf mehr mit wissenschaftlichen Organisationen und Umweltschutzverbänden zusammen zu arbeiten.

Viele wichtige und nützliche Studien und Daten seien bei Nichtregierungsorganisationen vorhanden, die für die Arbeit des Weltrates unerlässlich und von großem Wert seien. „Wir wollen nicht nur Handlanger des Wissenschaftsrates sein, sondern auch an der Erstellung des Arbeitsprogramms und den Entscheidungsgremien angemessen beteiligt werden“, so Mitlacher.

 

Der „Living Planet Report“ bestätigt, wovor Wissenschaftler warnen: Der Mensch beutet die natürlichen Ressourcen der Erde gnadenlos aus. Ein dramatischer Rückgang der Artenvielfalt und ein steigender ökologische Fußabdruck sind die Folgen.

So warnt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland: „Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen. Das Bevölkerungswachstum weltweit hält an und alle zusammen leben wir deutlich über unsere Verhältnisse. Wenn wir im Jahr 2050 neun Milliarden Menschen versorgen wollen, ist es dringend Zeit zu handeln“.

 

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