„Ausgestorbene“ Schildkröte hat nie existiert!

Laut International Union for Conservation of Nature (IUCN) galt sie als ausgestorben- nach den Erstfunden ward sie trotz intensiver Suche nie mehr gesehen. Die Rede ist von der Seychellen-Klappbrustschildkröte Pelusios seychellensis. Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Dresden fanden jetzt heraus: Die Art hat nie existiert!

 

Schon länger hatten die Forscher über die frappierende Ähnlichkeit der Seychellen-Art zu ihren westafrikanischen Verwandten gerätselt. „Aufgrund der großen geographischen Distanz wurde dennoch von einer neuen Art ausgegangen, die dann 1906 auch beschrieben wurde“, erläutert Prof. Dr. Uwe Fritz, Leiter des Museums für Tierkunde an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden.

Foto: Dr. Mark-Oliver Rödel

Ein Irrtum, wie sich jetzt herausstellte: Bei den Süßwasserbewohnern Westafrikas und der Seychellen handelt es sich um ein- und dieselbe Art, genauer gesagt um Pelusios castaneus. Im Gegensatz zu ihrer „ausgestorbenen“ Schwester ist diese in Westafrika weit verbreitet.

 

“Schutzkonzepte für Schildkröten überarbeiten“

 

Für die Seychellen haben die neuesten Forschungserkenntnisse etwas Deprimierendes: Nur noch eine einzige Art bleibt der Inselgruppe jetzt als möglicherweise „einheimischer“ Panzerträger erhalten. „Und selbst hier sind wir uns noch unsicher, ob sie tatsächlich endemisch ist“, betont Fritz. Bereits im vergangenen Jahr hatten er und seine Kollegen nachgewiesen, dass eine weitere Klappbrustschildkröte nur dank der Einschleppung durch den Menschen auf den Seychellen Fuß fassen konnte.

 

Reptilien haben beim Artenschutz ohnehin schon einen schweren Stand- besonders hart trifft es Schildkröten als die bedrohtesten aller Wirbeltiere. Viele Arten wurden bereits durch den Menschen ausgerottet. „Sicher ist schon jetzt, dass die Schutzkonzepte für Schildkröten auf den Seychellen überarbeitet werden müssen, um wirklich endemische Tierarten zu schützen und um das für den Artenschutz knappe Geld sinnvoll einzusetzen“, mahnt Fritz. NISO

 

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