Bauernhausromantik- eine Frage des Standpunkts

Foto: Wikimedia commons/Mike's birds

Lärm, Fahrzeuge, Besucher, Licht und Haustiere sind nicht jeder vogels Sache.

 

Ein schönes altes Bauernhaus inmitten idyllischer, unberührter Natur- nicht wenige Menschen träumen von einem solchen Zuhause. Doch die Idylle kann trügerisch sein- der lokale ökologische Fußabdruck eines einzigen Gehöfts auf dem Land kann bis zu 200 Meter weit reichen. Das fand jetzt eine im Aridondack Park durchgeführte Studie der WCS (Wildlife Conservation Society) heraus. Die Wissenschaftler lokalisierten Brutvogelpopulationen 20 verschiedener Arten in verschiedenen Entfernungen zu menschlichen Behausungen.

Foto: Wikimedia commons/Lee Karney

Einsiedlerdrossel macht ihrem Namen alle Ehre

 

Das Ergebnis: „Menschenscheue“ Arten wie die Scharlachtangare oder die Einsiedlerdrossel brüteten zu 26 Prozent weniger häufig in Hofnähe als in „sicherem Abstand“ zu ihren humanen Nachbarn. Bei den „Menschenfreunden“ Blauhäher und Schwarzkopfmeise war es umgekehrt; sie machten es sich mit Vorliebe in der Nähe der Häuser gemütlich. Erst ab einem Abstand von 200 Metern schienen die Menschen für die Ortswahl beim Nestbau keine Rolle mehr zu spielen.

 

„Die Bewohner des Aridondack Parks sind stolz auf ihre Umgebung und tun alles, um sie so wenig wie möglich zu stören“, betont Wissenschaftsdirektorin Michale Glennon. Dennoch kommen sich bei aller Rücksicht der Bewohner Mensch und Natur unweigerlich ins Gehege. Veränderte Artenzusammensetzung und abgewandelte Verhaltensweisen der Tiere sind eine Folge davon.

Foto: Wikimedia commons/Alan D. Wilson

Behausungen schlimmer als Bauen und Roden?

 

„Für weniger häufige Arten könnte die menschliche Entwicklung der ‚Landflucht‘ zu einer Bedrohung werden“, befürchtet Artenschutzkoordinatorin Heidi Kretsel. So ist das Vorkommen der Scharlachtangare bereits jetzt ein guter Hinweis auf völlig ungestörte Waldgebiete. Weitere betroffene Arten könnten der Haarspecht, der Pieperwaldsänger oder der Zaunkönig (Troglodytes hiemalis) sein.

 

Der Aridondack Park ist eines der letzten großen intakten Ökosysteme im Nordosten der USA. Zoe Smith von WCS: „Um hier eine gute Balance zwischen den Bedürfnissen der Natur und denen der Menschen zu finden, müssen wir bis ins kleinste Detail verstehen, wie sich unterschiedliche Entwicklungsmuster auf die Umwelt auswirken.“ Die Vermutung der Forscher: Der Einfluss menschlichen Wohnverhaltens kann für manche Vogelpopulation sogar noch gravierender sein als Bau- oder Rodungsaktivitäten! Und Vögel seien wiederum ein guter Indikator für die gesamte Biodiversität im Gebiet. NISO

 

Lesen Sie auch:

 

Spatzen müssen heute lauter pfeifen als früher

Neues Städtebündnis für biologische Vielfalt

Jeeps und Müllberge bedrohen Antarktis

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: