Berggorillas haben Zuwachs

Foto: MArtha Robbins/MPI EVA

Frohe Borschaft: Die Zahl der wild lebenden Berggorillas in Afrika klettert wieder übewr 1.000 Individuen. Das ergaben jüngste Zählung der vom Aussterben bedrohten Berggorillas (Gorilla beringei beringei) im Gebiet um die Virunga-Vulkane.

604 Tiere zählten die Artrnschützer beim aktuellen Zensus. Diese "Volkszählung im Dschungel war ein Gemeinschaftsprojekt der Naturschutzbehörden dreier afrikanischer Länder, in denen Berggorillas leben, mehrerer nicht staatlicher Naturschutzorganisationen sowie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

"Zusammen mit den 400 Tieren der einzigen anderen Population, die im Bwindi Impenetrable National Park in Uganda beheimatet ist, steigt damit die Gesamtzahl weltweit freilebender Berggorillas auf mehr als 1.000 Tiere", schreiben die Forscher jetzt in ihrer Pressemeldung mit dem für Artenschützer so erfreulichen Ergebnis.

 

Primatenzählung: Erfolgsgeschichte im Naturschutz

 

„Dies ist eine der seltenen Erfolgsgeschichten im Naturschutz: Die Population der Berggorillas im Virunga-Vulkan-Gebiet hat sich in den letzten drei Jahrzehnten trotz intensiver Gefährdung durch Wilderei, Habitatverschlechterung und Bürgerkrieg mehr als verdoppelt”, zitiert die Meldung Martha Robbins. Sie ist Wissenschaftlerin und GorillaExpertin am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie: „Dieser Anstieg ist ein Beispiel für die engagierten Bemühungen der Regierungen von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo – und dabei insbesondere auch für die harte Arbeit des Parkpersonals vor Ort, diese vom Aussterben bedrohten Menschenaffen zu schützen.

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/mtanenbaum

Der Anstieg zeigt auch, dass aufwändige Schutzbemühungen, einschließlich Tourismus, Veterinärarbeit und Gemeinschaftsprojekten, tatsächlich einen positiven Einfluss auf das Überleben unserer nächsten lebenden Verwandten haben können.”

Die Feldforschungen und Erbgutanalysen der wissenschaftler dauerten zwei Jahre. Auf der Suche nach Spuren und Nestern von Gorillas durchstreiften Feldforschungsteams das 440 Quadratkilometer umfassende Gebiet um die Virunga-Vulkane und legten dabei mehr als 2.000 Kilometer zurück.

Die DNA-Analysen von etwa 1.100 Kotproben der Primaten dauerten mehr als 18 Monate. "Die Analyse von DNA aus Kotproben ermöglicht es uns, Gorillas zu zählen, ohne sie vor Ort zu beobachten”, sagt Linda Vigilant, die in Leipzig dasPrimaten-Genetiklabor leitet. „Als nächstes werden wir im Detail untersuchen, wie sich die Aufenthaltsorte von verschiedenen Individuen im Laufe der Zeit ändern. Damit werden wir weitere Einblicke gewinnen, wie sich Gruppen und Gruppenangehörigkeiten verändern”, beschreiben ihre Kollegen das weitere Vorgehen der Wissenschaftler.

 

Primaten-Anzahl um 26 Prozent gestiegen

 

Diese Laboranalysen ergaben, dass der Population mindestens 186 nicht regelmäßig von Menschen kontaktierte Gorillas angehören, erkannten die Forscher. "Die restlichen 70 Prozent entsprechen 418 Tieren, die für Forschung und Tourismus habituiert worden waren", schreiben sie als Fazit ihrer Arbeit.

Den aktuellen Zahlen zufolge habe die Berggorilla-Population über einen Zeitraum von sechs Jahren hinweg um 26 Prozent zugenommen. Das enztspreche einer jährlichen Wachstumsrate von 3,8 Prozent, berechnen die Wissenschaftler. "Die nun registrierten 604 Gorillas gehören 41 verschiedenen Gruppen an", resümieren die Artenschützer. Bei 14 Tieren handele es sich um einzelne Männchen.


pit

 

 

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